Der Igel

Eine Geschichte zum Nachdenken

Grunzend und schmatzend bahnte sich der Igel langsam seinen Weg durch das hohe Gras. Er hob witternd die Nase und roch Laub, viel Laub. Seit einigen Tagen spürte er schon, dass die Nächte empfindlich kalt wurden. Die Zeit war gekommen ein geeignetes Winterquartier zu finden. Sein Instinkt ließ ihn diesem Geruch weiter folgen. Und richtig: Nachdem er auf seinem Pfad noch genüßlich eine Nackt-Schnecke verspeist hatte, tauchte vor ihm ein alter verfallener Schuppen auf. Unzählige, knorrige Äste eines alten Apfelbaumes ließen die Strahlen der Abendsonne fantasievolle Schatten auf das schiefe Dach werfen. Der Igel wußte, er hatte den richtigen Platz gefunden, wo er sicher seinen Winterschlaf halten konnte. Das reichlich vorhandene Fallobst würde seinen Hunger stillen und im Schuppen hatten sich bestimmt genügend Insekten niedergelassen, die er sich ebenfalls nicht entgehen lassen konnte.

Christine folgte ihrem Opa an einem Nachmittig im Dezember auf seinem Weg in den Garten. Es hatte schon starke Nachtfröste gegeben und der Rasen unter ihren kleinen Stiefeln knirschte bei jedem Schritt. Auch ihr Papa war dabei. Christine wusste, der Garten sollte neu gestaltet werden.

„Der hintere Teil des Gartens ist sehr arbeitsintensiv.“, meinte Opa und blickte stirnrunzelnd zum Ende des lang gezogenen Grundstücks. „Der Schuppen muss weg und die alten Obstbäume stören mich auch schon seit langem.“


„Am besten, wir beseitigen alles, graben den Boden im Frühjahr um und sähen Rasen ein, das macht am wenigsten Arbeit“, pflichtete Papa Opa bei. Teilweise mußten sie sich auf ihrem Weg zum Schuppen unter den kahlen Ästen der Bäume bücken, um dorthin zu gelangen.

Christine öffnete neugierig die Tür zu dem alten Verschlag. Der zirka drei mal drei Meter große Raum war dunkel und roch muffig. Langsam gewöhnte sich Christine an das Dämmerlicht und konnte verschiedene Gartengeräte erkennen, sowie alte Holzkisten und ein paar Zaunpfähle. Neugierig betrat sie den alten Verschlag und sah sich interessiert um. In einer Ecke stand direkt an der Bretterwand eine uralte, halb zerfallene Kommode mit einer Tür, die ein bisschen offen war. Daneben bemerkte das Mädchen, dass direkt über dem Boden ein Loch in der Wand des Schuppens war. Vor­sichtig öffnete sie die quietschende Tür und entdeckte einen Haufen Laub. Behutsam schob sie die Blätter auseinander und sah eine stachelige Kugel. „Papa, Opa, kommt schnell, ich habe etwas gefunden !“, rief Christine. Die beiden Männer kamen und hockten sich neben Christine und ihren Fund. „ Das ist ja ein Igel!“, staunte Opa und kratzte sich am Kopf. „Oh!“,sagte Christine und machte große Augen, „Und was passiert jetzt mit dem Igel ...?“

Beatrix Hötger-Schiffers

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