Willkommen beim NABU Kreisverband Heinsberg e.V.

NABU Gruppen vor Ort

 

Stauden / Samen Tauschaktion

 

 

Gierenstrasse, Wegberg

Sa. 29.09.2018 - ab 10.00 Uhr

 

Astrid Jacques

 

02434-25030

ah@isabelle-jacques.de

 

Schwarzspecht aus Wegberg-Dalheim

 

Hör mal wer da hämmert….                               Eine Erzählung vom Schwarzspecht

 

Ja, den Satz kann die Greifvogelhilfe im Kreis Viersen jetzt jeden Tag sagen. Wir von der Greifvogelhilfe Rheinland nehmen auch manchmal ganz besondere Vogelarten auf, wie zum Beispiel einen Schwarzspecht. Dieser wurde in Wegberg-Dalheim verletzt gefunden.

 

Als der Anruf kam war in wenigen Sekunden die Entscheidung gefallen, dass der Schwarzspecht auch als Patient bei uns abgegeben werden durfte. Diese besonders geschützte Art ist eine nicht sehr häufig vorkommende Spechtart in Deutschland. Das liegt daran, dass er zusammenhängende ältere Waldbestände mit entsprechendem Totholzbestand zum Überleben benötigt. Er wurde uns von den Findern in einem Pampers-Pappkarton überreicht, welcher als kurzzeitiges Transportgefäß durchaus eine Möglichkeit war. Doch der Specht wollte sich schon auf dem Weg zu uns durch die dicke Pappe durchhämmern. Eine Box war für ihn bereitgestellt und er konnte schnell umgesetzt werden. Da wir die anstehende Röntgenuntersuchung selbst durchführen können, konnte ihm schnell geholfen werden.

 

Die Diagnose lautete das der Flügel im Handbereich, also ganz außen dreifach gebrochen und als weitere Komplikation eine offene Verletzung war. Wie das passiert war, das weiß keiner, aber die Finder haben den Vogel sofort eingefangen, als sie sahen dass er nicht mehr fliegen konnte. Ein Glück für den Specht. Die Wunde wurde versorgt, der Flügel verbunden. Nun musste der Vogel ruhig gehalten werden, kein einfaches Unterfangen für einen Specht, der von seinem Naturell her sehr aktiv ist. Seine Box wurde entsprechend mit Holzscheiten und alten Rindenstücken ausgestattet, damit er sich ein bisschen wohl fühlte. Spechte sind sehr intelligent und sie verstehen in Gefangenschaft sehr schnell das angebotene Futter aus einem Napf zu nehmen.  Erstaunlich schmerzfrei nahm er seine Flügelfraktur hin, trotz des Bruches und einem riesigen Hämatom, ließ der Vogel sich nicht davon abbringen den ganzen Tag Holz zu zerlegen. Seine Arbeitszeiten begannen schon morgens ab 7 Uhr, jedes Holzscheit nahm er sich vor und produzierte schon innerhalb einer Woche ca. 10 Liter Späne. Wir amüsierten uns über den fleißigen Vogel und sagten, dass man ja direkt die Späne als weiteres Voliereneinstreu für andere Vogelarten nutzen könne. Zum Glück war er nicht nachtaktiv.

 

Der Vogel hat jeden zum Lachen gebracht, vorwitzig aber bestimmt, zeigte er uns was seine Aufgabe in der Natur ist. Selbst beim Transport im Auto zum Tierarzt hämmerte er die ganze Zeit durch. Nur auf dem Heimweg war er nicht mehr so gut gelaunt und war ganz still. Aber das lag wahrscheinlich daran, dass er etwas mit Inhalationsnarkose beruhigt werden musste. Denn Stillhalten war nicht seine Stärke. Das mit der Narkose geht ganz gut und verringert den Stress bei der Behandlung. Als erstes bekam er  einen wunderschönen blauen Verband verpasst und danach einen Grünen.

 

Für den Verband hat der Schwarzspecht sich nie interessiert, er hatte nur Hämmern im Kopf. Wenn man die Wucht und Ausdauer so aus der Nähe mal beobachten kann, das ist schon eine faszinierende Sache. Man lernt immer mit  den Tieren, auch welche Mengen so ein großer Specht am Tag an Insektenfutter verputzt. Er hat sehr gerne tote Bienenlarven (vom Imker) mit Mehlwürmern und Heimchen garniert gefressen. Seine Plastikbox hatte er auch schon etwas beschädigt, da muss wohl bald eine neue gekauft werden. Auch wenn es sich um Hartplastik handelt, irgendwann hält sie dem Schnabel nicht mehr stand. Auf jeden Fall hält der Specht das Team der Greifvogelhilfe Rheinland auf Trab, ständig muss neues Morsches Holz besorgt werden, damit der Vogel Spaß hat. Bald kommt er in die Voliere und die ist aus Holz. Da braucht er sehr viel Abwechslung, damit er bloß nicht die Voliere zerstört. Nun hoffen wir natürlich sehr, dass der Vogel wieder seine Flugfähigkeit erreichen wird.

 

Wer die ehrenamtliche Arbeit fördern oder unterstützen möchte ist immer willkommen, denn der Verein finanziert sich nur über Spendengelder.

 

Weitere Infos finden Sie unter www.greifvogelhilfe.de

 

Verfasser; Sylvia Urbaniak, Greifvogelhilfe Rheinland, Kreis Viersen

 

 

Die NABU Gruppe Wegberg übernimmt die ersten Behandlungskosten für den Schwarzspecht – schließlich ist es ja ein „Wegberger Vogel“ und wir hoffen, dass er in Dalheim wieder ausgewildert werden kann

 

Astrid Jacques                                                                              

Wegberg 26.08.2018

 

Rohrweihe in Wegberg-Merbeck gefunden

Foto: Astrid Jacques

 

Am 16.05.18 wurde dem NABU ein flugunfähiger Greifvogel in einem Getreidefeld bei Wegberg-Merbeck gemeldet. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um eine Rohrweihe handelte. Sie konnte leicht eingefangen werden, da sie zu schwach war zu flüchten. Wir brachten das Tier in die Tierarztpraxis Sudhoff um sie untersuchen zu lassen.

 

                                                                         Foto: Greifvogelhilfe Rheinland

 

Sie wurde geröntgt und ein Kropfabstrich gemacht (Greifvögel infizieren sich auch an ihren Beutetieren wenn diese krank sind). Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass sie mit 512g für eine weibliche Rohrweihe stark untergewichtig war. Ihr fehlten ca. 200g was ein starkes Untergewicht darstellte. Außerdem hatte sie viele Zecken um ihre Augen, Haarwurm-, Bandwurm- und Federlingsbefall und war in einem schlechten körperlichen Zustand. Am Kopf wurde ein Hämatom festgestellt.

 

Foto: Greifvogelhilfe Rheinland

 

Nach der Behandlung und der Bekämpfung der Parasiten wurde sie von Sylvia Urbaniak in der Greifvogelhilfe aufgenommen und fachkundig versorgt. Als Futter bekam sie Nagetiere, Küken und Wachteleier (die Futter-Tiere werden immer tot angeboten) Nach 4 Wochen hatte sie wieder gut an Gewicht zugenommen und war in einem kräftigen Zustand.

 

Foto: Greifvogelhilfe Rheinland

Bei der Freilassung befanden sich die Federn in der Armschwinge bereits im Blutkiel und fangen jetzt an zu wachsen. Aber das Wachstum der Federn kann besser in der Natur geschehen.

 

Foto: Astrid Jacques

 

Am 16.06,2018 war der Moment gekommen, die Rohrweihe wieder frei zu lassen. Es war ein sonniger Tag, also gute Wetterbedingungen.

 

Foto: Eric Dienesch

 

Es gilt das Motto: Pflege ein Wildtier nur so lange wie nötig und so kurz wie möglich. Daher wurde sie am 16.6.18 in Merbeck, dort wo sie gefunden wurde, wieder frei gelassen.

 

Wer die Greifvogelhilfe Rheinland unterstützen will findet alles unter:

 

www.greifvogelhilfe.de

 

Pflegestation für Greifvögel und Eulen

Sylvia Urbaniak & Frank Seifert

Mobil: 0162-6485785

Fax: 0321-211 86883

 

Sie suchen ein Buch zur heimischen Natur? Wir empfehlen Ihnen unser Buch über die Vögel des Kreises Heinsberg (2. Auflage, kein weiterer Nachdruck). Der Autor Martin Gellissen gibt auf über 350 Seiten einen Überblick über Beobachtungen von 300 Vogelarten im Kreis Heinsberg in den letzten Jahrzehnten. Das Buch ist für 19,90 € in mehreren Buchhandlungen im Kreis Heinsberg und in Mönchengladbach erhältlich. Ebenso beim NABU KV Heinsberg unter nabuheinsberg@aol.com (zzgl. 2,40 € Versandkosten).


Der Habicht - Vogel des Jahres 2015. Foto: Peter Kühn
Der Habicht - Vogel des Jahres 2015. Foto: Peter Kühn

21. Januar 2016

  

NABU lehnt die Errichtung von Windenergieanlagen im Wassenberger Wald ab

 

Der Ausstieg aus der Atomenergie bzw. die sogenannte „Energiewende“ in Deutschland führt auch im Kreis Heinsberg zu rasanten Entwicklungen, Windräder schießen mancherorts wie Pilze aus dem Boden. An die Anlagen in der freien Landschaft hat man sich zwischenzeitlich gewöhnt, nunmehr soll aber in einem der waldärmsten Landkreise in NRW zusätzlich noch Wald für die Errichtung von Windkraftanlagen geopfert werden.

 

Seitens der Stadt Wassenberg ist geplant, im Rahmen einer Änderung des  Flächennutzungsplanes sogenannte „Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen“ auszuweisen. Mit dieser Änderung soll der Weg freigemacht werden, um Windenergieanlagen mitten im Wald zu errichten. s ist zwar ruhig um die FNP-Änderung geworden. Trotzdem werden die Planungen mit Hochdruck vorangetrieben: Die Planer haben noch 2015 vier Einzelanlagen geplant, die in Wassenberg mangels einer Windkonzentrationszonen auch ohne FNP-Änderung beantragt werden können und - bei Einhaltung aller Umweltauflagen - auch genehmigt werden müssen.

 

Die zur Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehene  Waldfläche stellt einen wertvollen Lebensraum im waldarmen Kreis Heinsberg dar. Sie liegt unmittelbar benachbart zu drei sensiblen, europaweit durch die sog. „FFH-Richtlinie“ geschützten Lebensräumen, den Bachtälern von Schaagbach und Helpensteiner Bach und dem niederländischen Nationalpark De Meinweg. Eine Vielzahl seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten finden dort ihren Lebensraum.

 

Die Auswirkungen von Windenergieanlagen im Wald sind nach heutigen Erkenntnissen mit sehr hohen, nicht überschaubaren Risiken für das sensible Ökosystem Wald mit seinen vielfältigen Lebensräumen verbunden. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik, zeigt zudem auf, dass deutlich mehr Flächen außerhalb von Wäldern und Schutzgebieten zur Verfügung stehen als notwendig sind, um die klimapolitischen Ziele des Landes NRW zu erreichen.

 

Aus diesen Gründen lehnt der NABU–Kreisverband Heinsberg die Errichtung von Windenergieanlagen in Wald- und Schutzgebieten und in unmittelbarer Nähe ab.

 

Damit die Energiewende gelingen kann, müssen Effizienz und Energiesparen an erster Stelle stehen. Erst danach kommt ein geregelter Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Dieser sollte, um negative Auswirkungen zu vermeiden, über eine geordnete Vorrangplanung auf Regierungsbezirksebene erfolgen und nicht in den Händen der einzelnen Kommunen liegen.

 

Die Aufstellung von Windkraftanlagen im Wald nach übereilten Planungen ohne angemessene

Berücksichtigung von Mensch und Natur ist nicht die Lösung der drängenden Energieprobleme. Wie die aktuellen Planungen zeigen, wird derzeit leider ein geregelter und zielgerichteter Ausbau der Windenergie durch massive wirtschaftliche Interessen verhindert.

 

Auch wenn die Stadt Wassenberg aufgrund massiver Widerstände bei der frühzeitigen Beteiligung von Behörden und Verbänden vermutlich nicht weiter an einer Konzentrationszonen im Birgelener Wald plant, ist die Stadt dennoch mit im Boot: zwei der vier Anlagen sollen auf städtischen Flächen stehen.

 

Aufgrund des hohen Konfliktpotentials wird es für die Anlagen voraussichtlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit großer Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Der NABU fordert alle Menschen, die ebenfalls gegen WEA im Wald und nahe der Schutzgebiete im Birgelener Wald und dem nahen Meinweg sind, sich daran zu beteiligen oder auch schon vorher Politik und Verwaltung in Wassenberg ihre Meinung mitzuteilen.

 

Herbst 2015

 

Aufgrund aktueller Meldungen im Fernsehen stellt der NABU Heinsberg klar:
Fledermäuse am Haus sind für Menschen keine Gefahr.

Fledermäuse, die im Dach, in einem Spalt am Haus oder in einem Fledermauskasten leben, sind vollkommen ungefährlich. Von ihrem Kot und Urin geht nach derzeitigem Stand der Wissenschaft in Deutschland keine Gefahr aus. Personen, die beruflich oder ehrenamtlich viel mit Fledermäusen zu tun haben, müssen sich dagegen vor Bissen schützen, wie dies auch bei anderen Wildtieren und Haustieren notwendig und üblich ist. Fledermäuse greifen nie Menschen an. Sollten sie uns nahe kommen, haben sie uns bei der Jagd nach Insekten übersehen (besser überhört) oder sie suchen Insekten wie Mücken, die uns zu
nahe kommen. Im Quartier fliegen Fledermäuse bei Störungen schnell ab und können dann zufällig nahe an uns vorbei fliegen. Dies ist aber weder ein Angriff noch eine Bedrohung.

Fledermäuse fressen in Deutschland nur Insekten, Spinnen und andere wirbellose Tiere. Sie trinken kein Blut von Wirbeltieren! Damit haben sie einen bedeutenden Einfluss bei der natürlichen Bekämpfung von Schädlingen wie Raupen und Lästlingen wie Mücken, von denen sie die ausgewachsenen Tiere in Schach halten. Fledermäuse wohnen meist in Spalten an Häusern, hinter Holzverkleidungen, in Rolladenkästen oder unter (Flach)Dächern. Einige Arten bevorzugen große Dachstühle oder Höhlen und Spalten an Bäumen. Im Gegensatz zu Vögeln nehmen sie die Quartiere an, wie sie sind. Sie beißen nichts kaputt und tragen kein Nistmaterial ein. Schließlich hängen sie die meiste Zeit über Kopf von der Decke. An den Hangplätzen kann man oft die Spuren ihrer Krallen erkennen, bei intensiver Nutzung kleine Färbungen durch Körperfett. Darunter kann sich Kot sammeln, der zusammengekehrt und wie Vogelguano im Garten verwendet werden kann.

Was tun, wenn sich eine Fledermaus ins Haus verirrt? Am besten lässt man das Tier am Tag in Ruhe dort, wo man es gefunden hat und verhindert, dass es in andere Räume fliegt und nicht mehr zu finden ist. Wie gesagt, Fledermäuse sind oft Spaltenbewohner. Bei Eintritt der Dämmerung öffnet man die Fenster im Raum und die Fledermaus fliegt i.d.R. nach wenigen Runden wieder hinaus. Bei jungen oder
geschwächten Tieren kann es vorkommen, dass sie nicht abfliegen. In diesen Fällen hilft gerne der NABU Heinsberg weiter: Unter der Telnr. 0177-8892450 oder nabuheinsberg@aol.com erhält man fachkundigen Rat. Weitere Informationen zu den Fledermäusen in NRW gibt es unter www.fledermausschutz.de .

Pressemitteilung

Dauerbrenner illegale Greifvogelverfolgung im Kreis Heinsberg


Zu einem Vortrag über die illegale Verfolgung von Greifvögeln hatte der NABU Heinsberg eingeladen und alle kamen: mehr als vierzig Besucher - darunter interessierte Laien, NABU-Mitglieder und Jäger. Aber auch sämtliche zuständige Behörden des Kreises Heinsberg waren vertreten.

Nicht nur nach den Beobachtungen des NABU kommt es im Kreis Heinsberg immer wieder zu Abschüssen, Fängen und Vergiftungen von Greifvögeln. Allen voran Kreisdirektor Peter Deckers - selbst Jäger und stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft - aber auch Vertreter von Kreispolizeibehörde, unterer Jagdbehörde, unterer Landschaftsbehörde und des Veterinäramtes bestätigten diese Beobachtungen. "Es handelt sich dabei keineswegs um ein Kavaliersdelikt!" Das machte Sylvia Urbaniak (Greifvogelhilfe Mönchengladbach) in ihrem sachkundigen Vortrag deutlich. Anhand von Bildern zeigte sie viele Beispiele dafür, wie grausam Greifvögel, aber auch andere Arten wie Eulen und Graureiher gefangen, vergiftet, verstümmelt und letztendlich meist getötet werden. Woran man Vergiftungen erkennt und was im Falle eines Fundes zu tun ist, wurde ebenso aufgezeigt wie die möglichen Tätergruppen und ihre Motive.

Unterstützt wurde die Referentin von Jürgen Hintzmann aus der Stabsstelle Umwelt- und Verbraucherschutzkriminalität im Umweltministerium NRW. "Im Zeitraum von 2005 bis 2009 sind der Stabsstelle 189 Sachverhalte illegaler Verfolgungen in NRW bekannt
geworden. Betroffen waren mehr als 300 Exemplare aus den zehn verschiedenen Greifvogelarten: Rohrweihe, Wiesenweihe, Kornweihe,Rotmilan, Mäusebussard, Habicht, Sperber, Baumfalke, Wanderfalke und Turmfalke!", berichtete Hintzmann.  "Überdurchschnittlich viele davon - 38 Fälle mit 74 Tieren - stammen aus dem Kreis Heinsberg.", so Hintzmann weiter. Dem NABU liegen sogar noch mehr Fälle vor.

Es sind immer wieder die gleichen Unverbesserlichen, die sich - oft aufgrund überholten Konkurrenzdenkens - an Greifvögeln vergreifen: Jäger, Taubenzüchter und Geflügelhalter. So zeigte ein Vergleich der Greifvogelfunde mit der Intensität der Jagd auf Niederwild (u.a. Fasan, Rebhuhn und Hase), dass ein statistisch deutlich sichtbarer
Zusammenhang zwischen diesen Jagdrevieren und der Greifvogelverfolgung besteht. Dazu machte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Dr. Breickmann deutlich: "Kein Greifvogel ist ein Konkurrent der Jäger. Im Gegenteil: Greifvögel gehören als Jagdwild
zu den Tierarten, die neben dem Naturschutzgesetz auch dem strengen Schutz des Jagdgesetzes unterliegen." Dies werde seit vielen Jahren auf Versammlungen und in der Jungjägerausbildung so vermittelt. Jäger, die Greifvögel verfolgen, hätten in der Kreisjägerschaft Heinsberg keinen Platz.

"Neben den Jägern werden immer wieder Taubenzüchter und Geflügelhalter als Verfolger von Greifvögeln ermittelt", berichtete Sylvia Urbaniak. "Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein Greifvogeleine Taube frisst. Trotzdem darf niemand das Gesetz in die eigene Hand nehmen und geschützte Tiere töten.", mahnte sie. Während der
anschließenden Diskussion wurde von allen Beteiligten deutlich gemacht, dass Greifvogelverfolgung eine Straftat ist, die von allen Seiten verfolgt wird, um sie endlich zu unterbinden. Herr Adams von der Kreispolizei wies ausdrücklich darauf hin, dass alle Mitarbeiter die Sensibilität des Themas kennen und im Rahmen ihrer gesetzlichen
Möglichkeiten tätig werden. Hier ist aber auch jeder einzelne Bewohner des Kreises Heinsberg aufgefordert, zu handeln: Wer tote oder verletzte Greifvögel findet, sollte umgehend die Polizei (Telefon 110), den Kreis Heinsberg oder den NABU anrufen und den Fund melden. Notieren Sie sich den Namen des Polizeibeamten, die Dienststelle der Polizei und das Aktenzeichen, die sog. Tagebuchnummer. Die Polizei ist verpflichtet, bei einem Verdachtsfall unverzüglich alle Maßnahmen einzuleiten, um den
Sachverhalt aufzuklären. Dazu gehört es insbesondere, die aufgefundenen Tiere vom Veterinäramt untersuchen zu lassen. Lebende Tiere können in eine Greifvogelauffangstation gebracht werden (s.u.).

Im Vortrag wurde aber auch Folgendes klar: Die Bergung der Tiere sollte unbedingt Fachleuten überlassen bleiben. "In der Umgebung eines gefangenen Tieres können (illegale) Tretfallen versteckt sein, die auch Menschen schwere Verletzungen zufügen können. Außerdem müssen bei der Bergung unbedingt Einmal-Handschuhe getragen werden, da bei der illegalen Verfolgung meist hochwirksame Gifte eingesetzt werden, die über Haut und Schleimhäute aufgenommen werden können.", erläuterte die Referentin. Das Auslegen von Giftködern gefährdet nicht nur Greifvögel, Eulen und Rabenvögel sondern auch Haustiere und sogar spielende Kinder! "Denn die Gifte sind oft, aber nicht immer, bunt eingefärbt, um sie auffällig zu machen.", warnte sie. Im
Kreis Heinsberg sind in den letzten Jahren mehrere Hunde an Vergiftungen durch Giftköder eingegangen, meist innerhalb weniger Minuten nach der Aufnahme.

Wie aktuell das Thema ist, zeigte sich leider Mitte Januar, als in Geilenkirchen-Kogenbroich 16 vergiftete Bussarde und ein geschossener Habicht gefunden wurden. In Linnich und Brachelen wurden in den letzten Tagen neun Bussarde entdeckt, die vermutlich vergiftet wurden. Leider ist zu befürchten, dass es sich bei den entdeckten Verfolgungen nur um die Spitze des Eisbergs handelt. Dabei zeigt sich gerade beim Mäusebussard, wie unsinnig die Verfolgung ist. Diese Art frisst vorwiegend Nagetiere und Regenwürmer, daneben auch Aas (Autobahnbussard). Lebende Vögel und
Hasen stehen nicht auf ihrem Speiseplan. Daher sind auch die vielen Bussarde, die im Winter und zur Zugzeit auf unseren Feldern sitzen, keinerlei Gefahr für das heimische Niederwild.

Wie schlecht es um manche Greife im Kreis Heinsberg steht, zeigt das Beispiel des Habichts. Früher in vielen Wäldern im Kreis verbreitet, ist er nahezu verschwunden. Nach der Analyse anderer Ursachen bleibt nur ein Schluss möglich: Dem Habicht wird im Kreis Heinsberg nach wie vor intensiv nachgestellt!

Greifvogelauffangstationen in der Region:
Greifvogelhilfe Mönchengladbach, zu Bürozeiten Tel. 02161-590040, außerhalb Tel. 0162-6485785
NABU Heinsberg, Selfkant, Tel. 02456-4415

 

NABU sucht weiter nach seltener Fledermausart

Fledermäuse sind heimliche Tiere, das weiß jeder: Nachtaktiv, meist in Spalten versteckt und für uns nicht zu hören, entziehen sie sich unserer direkten Beobachtung. Der NABU sucht im Kreis Heinsberg und angrenzenden Regionen aber die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen: Die Wimperfledermaus. Nur eine Gruppe von Weibchen ist in ganz Norddeutschland bekannt. Sie lebt nahe der Rur in einem Dach in Wassenberg.

Von Mai bis September nutzen die Weibchen große und warme Dachstühle, bringen dort jeweils ein Jungtier zur Welt und ziehen es etwa acht Wochen lang groß. Wenn die Jungen fliegen können, brechen diese Wochenstuben genannten Weibchengruppen auseinander und die Weibchen treffen sich zur Sicherung der nächsten Generation von Fledermäusen mit den Männchen. Dabei schlafen die Tiere dann nicht immer in Kolonien und Dächern, sondern hängen sich vereinzelt frei an die Außenwände von Häusern, gerne unter überstehenden Dächern (siehe Foto).

 

Andere Arten machen dies kaum. Da die Tiere so kaum zu erfassen sind, bittet Michael Straube vom NABU Heinsberg Hausbesitzer und Mieter um ihre Hilfe. "Sehen Sie bitte unter überstehenden Dächern nach und melden Sie uns dort schlafende Fledermäuse. Am besten erfolgt die Meldung sofort  beim Entdecken, damit der NABU im Laufe des Tages vorbei kommen kann, um das Tier zu bestimmen."

 

Ansprechpartner ist Michael Straube vom NABU Kreisverband Heinsberg, Tel. 0177-8892450, nabuheinsberg@aol.com .

Die Tiere sind übrigens vollkommen harmlos für Menschen, nicht jedoch für tierische Lästlinge: Insekten und Spinnen stehen auf dem Speisezettel unserer heimischen Fledermäuse. Wimperfledermäuse wurden bisher vor allem im Rurtal von Ratheim bis Effeld nachgewiesen, außerdem in mehreren Ortsteilen von Gangelt, Geilenkirchen, Heinsberg, Selfkant und Waldfeucht. Trotzdem ist und bleibt sie eine der seltensten Arten und ein Edelstein in der Fauna des Kreises Heinsberg.

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Fledermäuse im Kreis Heinsberg

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