Energiewende, …..vorzüglich, aber was ist mit Energiesparen?

Zum Energiesparen gibt es leider nur wenige Kampagnen, deshalb greift Natascha Burmeister-Langen dieses Thema auf, nach dem Motto: Was man nicht verbraucht, muss erst gar nicht erzeugt werden.

Sich Gedanken über andere ökologische verträgliche Energiequellen zu machen und sich kritisch mit dem Thema auseinander zu setzen, ist die eine Seite der Medaille, die andere ist die des Energiesparens. Beide sind wichtig.

 

Bereits 1995 erschien die erste Auflage des Buches „Faktor 4. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch“. Der Bericht stammte aus den Federn von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Amory B. Lovins und L. Hunter Lovins und beschreibt zahlreiche Einsparmöglichkeiten in vielen Lebensbereichen. Die Anregungen sind auch nach 17 Jahren aktueller denn je. Denn, auch wenn seitdem die Energieeffizienz in Teilen gesteigert worden sein mag, so „frisst“ leider der höhere Bedarf wiederum vieles auf. Das heißt aber nicht, dass es so bleiben muss. Einen Beitrag dazu kann im Kleinen jeder von uns leisten. Aber, wie verteilt sich eigentlich der gesamte Energieverbrauch in Deutschland? 28 % gehen auf Kosten des Verkehrs, 26 % verschlingt die Industrie, 16 % das Gewerbe und mit 30 % beziffert sich der Energiehunger der Haushalte. Die Haushalte sind also ein nicht zu verachtender Faktor in puncto Einsparungspotenzial. Die zu Hause benötigte Energie ist folgendermaßen verteilt:

75 % gehen aufs Konto der Raumwärme, 12 % auf die Warmwasserbereitung und die restlichen 13 % auf Elektrogeräte und Beleuchtung. (Quelle. Dena / Energiedaten BMWi)

In Anlehnung an diese Daten, wird einem klar, warum z.B. im Haus eine gute Dämmung das A und O darstellt. Man denke bei den Neubauten auch an die Niedrig-, Passiv- oder Nullenergiehäuser.

Aber nicht jeder hat immer die Möglichkeit, sofort in so großem Umfang aktiv etwas für Energieeinsparung zu tun. Trotzdem können auch kleinere Handlungen etwas bewirken.

Wer glaubt, die wären nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“, irrt, denn die Summe macht es aus. Man denke nur an einen Wert X z.B. multipliziert mit 80 Millionen Deutsche oder gar mit einen Teil der Weltbevölkerung! Im Internet gibt es viele konkrete Tipps zu sparsamen Elektrogeräten, Energiesparlampen, Durchflussbegrenzer, nachrüstbarer Wasserspartechnik,…(z.B. meine-wende.de). Nicht zu unterschätzen sind auch die Leerlaufverluste: bei Fernseher und Video liegen sie bei satten 27,2 %, bei der Warmwasserbereitung bei immerhin 13,7 % und bei den Haushaltsgeräten bei 12,3 %! (Quelle: mrt energiverl.gif) Auch zu überlegen wäre, ob auf den Einsatz von Trockner, Föhn, Laubsauger & Co. öfters mal verzichtet werden kann.

 

Aber es gibt noch andere Bereiche, an die man vielleicht nicht gleich denkt, weil sie sich in unserem Geldbeutel nicht so direkt niederschlagen. Ich denke da z.B. an unsere Nahrung, an unser Papier oder an unsere Kleidung. Bei den Lebensmitteln ist ein regionaler, fleischarmer Speisezettel energiesparender als ein Speiseplan auf dem weitgereiste und fleischreiche Gerichte stehen. Treibhauskost liegt an der Spitze der „Energiefresser“. Bei Papier macht es wirklich Sinn, auf Recyclingpapier zurückzugreifen, es kann bis zu 6x wiederverwertet werden. Die Herstellung von Textilien ist auch sehr energieintensiv. Je nach Art der Faser werden große Mengen von Pestiziden eingesetzt. Alle Prozesse wie Rohstoffgewinnung, Fertigung, Lieferung, Nutzung und Entsorgung sind mit hohem Energieverbrauch verbunden. Auch da kann man sich informieren und energieeffizienter hergestellte Kleidung bevorzugen. Second-hand Textilien sind ebenfalls eine sehr gute Wahl. Noch ein paar Zeilen zum Thema Auto: Hier gibt es ebenfalls ein hohes Einsparpotenzial. Ca. 30% der benötigten Energie eines Haushaltes geht zu Gunsten des motorisierten Individualverkehrs.

 

Der Kuchen in Sachen Energieverbrauch im Verkehr ist folgendermaßen aufgeteilt: 82,3 % Straßenverkehr, 13,6 % Flüge, 3,8 % Schiene und 0,3 % Schiff. (Quelle: Energie-sparen.it) Es ist festgestellt worden, dass viele Strecken, die man leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen kann, mit dem Auto zurückgelegt werden. Fürs Energiesparen, für die Umwelt und die Gesundheit wäre die Bewegung natürlich vorzuziehen. Wenn wir bewusster mit Energie haushalten, wird es uns auch leichter fallen, sinnvolle Lösungen für dieses dringende Thema zu entwickeln.

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