Energiesparen lohnt sich!

Um Energie einzusparen stellt sich zunächst die Frage: Wo verbrauchen wir überall Energie? Beim Heizen, das ist jedem klar, auch beim Autofahren und sonstigem Verkehr. Aber auch für Produkte, die wir täglich konsumieren wie Nahrung und Trinkwasser und für langlebige Gegenstände wird bei Herstellung, Transport und Entsorgung mehr Energie eingesetzt, als mancher denken mag. Einen guten Überblick über den eigenen Energieverbrauch erhält man auf der Internetseite von Ecofoot. Dort kann jeder anhand seiner Angaben prüfen, wie viel Fläche er für seinen Lebensstil benötigt. Beim durchschnittlichen Deutschen sind es übrigens 4,7 ha. Eigentlich dürften wir nur 2,2 ha pro Person verbrauchen, mehr Fläche ist pro Mensch auf der Erde nicht produktiv nutzbar.

Das Einsparen von Energie hat neben dem Einsparen von Geld natürlich auch den Effekt, dass weniger Rohstoffe wie Öl, Gas und Kohle gefördert und verbrannt werden müssen. Dadurch werden weniger Schadstoffe frei. Meistens wurde hier in der Vergangenheit allein Kohlendioxid als der Klimakiller verdammt. Kohlendioxid ist tatsächlich ein wichtiges Gas, das bei steigender Konzentration in der Luft zur Erwärmung der Erdatmosphäre führt. Weniger bekannt sind andere Gase, die ebenfalls einen Beitrag zur Klimaerwärmung liefern und vom Menschen und seinen Nutztieren in großer Menge produziert werden: Methan aus nassen Reisfeldern und aus der Verdauung von Wiederkäuern, v.a. Rindern und Lachgas, z.B. aus Düngemitteln. Eine Verringerung des Fleischkonsums trägt also zum Klimaschutz bei, da weniger Rinder weniger Methan ausscheiden. Übrigens wird durch die so genannte Veredlung von Einweiß aus pflanzlichen Quellen über Tiere sehr viel Energie verbraucht: Es müssen quer über alle Nutztiere etwa 10 kg Viehfutter eingesetzt werden, um 1 kg Fleisch zu produzieren. Zur Ernährung eines Vegetariers benötigt man etwa 1.400 qm Ackerland, bei Fleischessern sind es dagegen 10.000 qm. Es gibt schon zu denken, wenn man liest, dass ein Drittel der Getreideernte Mexikos an Rinder verfüttert wird und zwei Drittel der Futterimporte der EU aus Entwicklungsländern stammen. Im Folgenden geben wir Ihnen einige Beispiele, wie sie im privaten Bereich Energie sparen können, um damit Ihre Umwelt und teilweise auch Ihren Geldbeutel zu schonen.

Beispiele für das Energiesparen
Seit vielen Jahren wird vom Umweltbundesamt der Blaue Engel für abfallarme und energiesparende Produkte verliehen. Ein Paradebeispiel sind Energiesparlampen. Sie verbrauchen nur etwa ein Fünftel der Energie von Glühbirnen, um die gleiche Menge Licht zu erzeugen. Der höhere Preis wird durch die lange Lebensdauer mehr als ausgeglichen.

Seit einigen Jahren ist es vorgeschrieben, an Haushaltsgeräten im Geschäft eine Grafik zu ihrem Energie- und Wasserverbrauch anzubringen. Der Verbrauch wird mit den Buchstaben A bis G dargestellt, wobei A für sehr geringen, G für sehr hohen Verbrauch steht. In der Regel sollte man daher den Kauf von Geräten mit den Buchstaben A oder B bevorzugen. Nicht zu vergessen ist bei Wasch- und Spülmaschinen auch der Wasserverbrauch. Ein geringer Verbrauch kann die Brauch- und Abwasserkosten bedeutend senken.

Soweit möglich, lohnt sich bei Wasch- und Spülmaschinen oft auch der Anschluss an die Warmwasserleitung, damit das Wasser nicht vollständig mit Strom erhitzt werden muss. Waschmaschinen sollten mit 1200 bis 1400 Umdrehungen schleudern können, da sich damit der Stromverbrauch von Trocknern um bis zu 20 % senken lässt.

Weitere Geräte, bei denen sich ein Verbrauchsvergleich besonders lohnt, da sie viel Energie verbrauchen oder große Unterschiede im Verbrauch bestehen, sind Fernseher und Computer: Flachbildschirme verbrauchen deutlich weniger Strom als Röhrengeräte, Notebooks etwa 1/3 von dem, was ein PC mit Monitor verbraucht.

Neben dem Kauf von Geräten, die Strom sparen, lohnt es sich bei vielen Geräten mit Standby-Modus, sie ganz auszuschalten. Pro Haushalt lassen sich allein durch die Abschaltung von Stand-by oft bis zu 100 EUR und mehr im Jahr einsparen.

Hausbau/Renovierung
Neben dem Stromverbrauch sind die Gebäudeheizung und die Erzeugung von Warmwasser große Energiefresser. Der Energiebedarf pro Quadratmeter beheizter Grundfläche unterscheidet sich bei Altbauten, Neubauten und modernen Niedrigenergiehäusern dramatisch.

Werden bei Häusern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch bis zu 300 kWh/qm und Jahr (entsprechend 30 l Öl/m2 und Jahr) allein für die Raumheizung verbraucht, sank der Wert durch Auflagen im Hausbau auf heute 75 kWh /qm. Niedrigenergiehäuser mit besonders guter Dämmung kommen zum Teil mit 60 oder sogar unter 40 kWh/qm aus. Einen entscheidenden Schritt weiter gehen Passivhäuser. Sie verbrauchen nur bis zu 15 kWh/qm, also einem Fünftel dessen, was derzeit in Deutschland als Energieverbrauch von Neubauten zugelassen ist.

Auto
Autos können nicht nur mit Benzin (oder Erdgas oder Wasserstoff) fahren, sondern auch mit Strom. Da passt es gut, wenn dieser Strom gleich im Auto erzeugt werden kann, etwa beim Bremsen. Gerade im Stadtverkehr wird viel beschleunigt und gebremst. Bei „normalen“ Autos wird dabei die mühevoll aus der Verbrennung gewonnene Energie in Wärme umgesetzt und ungenutzt abgegeben. Entwickelt wurde ein solches Hybrid-System im letzten Jahrhundert an der RWTH Aachen. Aber statt diesen Entwicklungsvorsprung zu nutzen, baut und bewirbt die deutsche Automobilindustrie bislang vorwiegend schwere, Sprit fressende Prestigeautos.

Das Patent ging unterdessen an die findigen Japaner, so dass das erste Serien-Hybridauto seit einigen Jahren von Toyota angeboten wird. Inzwischen gibt es mit dem Honda Civic Hybrid zumindest einen weiteren Anbieter. Mehr Geld als Energie spart man mit der Umstellung von Benzin auf Flüssiggas oder Erdgas. Die Kosten der Umstellung für LPG liegen bei etwa 2.500 EUR, die Gaspreise im Herbst 2007 bei 53-56 Ct/l, also ca. 60 % unter dem Preis von Superbenzin. Da Gas sauberer verbrennt als Benzin und teilweise ein Abfallprodukt der Raffinerien ist, tun sie mit der Umstellung auch der Umwelt etwas Gutes.

Reisen
Haben Sie bis hierher schon viel an CO2-Emissionen und Geld sparen können, so ist es mit Ersterem spätestens bei Flugreisen wieder vorbei. Ein Flug nach New York erzeugt z. B. 4.000 kg CO2. Zum Vergleich: Ein moderner Kühlschrank erzeugt pro Jahr etwa 100 kg CO2, ein Inder im Jahr etwa 900 kg. 12.000 km in einem Mittelklassewagen produzieren 2.000 kg CO2 und der klimaverträgliche CO2-Ausstoß von 3.000 kg CO2/Jahr und Mensch wird schon allein mit dem Flug nach New York weit überschritten.

Ökologisch erzeugte Nahrungsmittel

Bei der Produktion von ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln werden viel weniger Energie und Rohstoffe ver-braucht als bei konventioneller Produktion. Allein der Verzicht auf energieaufwändig hergestellte synthet-ische Dünge- und Pflanzenschutzmittel bringt eine hohe Energieeinsparung. Aber auch bei konventionell erzeugter Nahrung kann man etwas tun. Obst und Gemüse aus Deutschland haben logischerweise den kürzesten Anreise-weg, Kiwis aus Neuseeland sind beim Energieverbrauch kaum noch zu über-treffen. Mit dem Kerosin, dass eine einzelne Kiwi beim Transport von Neuseeland nach Deutschland verbraucht, können sie Ihr Auto viele km fahren, um heimisches Obst einzukaufen. Kaufen Sie bevorzugt regional erzeugte Produkte. Damit stärken sie auch Ihre Region. Bei Milchprodukten gibt ein kleines ovales Zeichen zumindest das Land und Bundesland der Erzeugung an. Warum muss halb Deutschland Milchprodukte aus Großmolkereien in Bayern konsumieren?

 

Abb.: Herstellung von konventionell erzeugtem Strom bei den lokalen Stromanbietern. Zum Vergleich die Anteile verschiedener Energieträger bei einem Ökostromerzeuger sowie als die Durchschnittswerte von Deutschland und Europa.
Abb.: Herstellung von konventionell erzeugtem Strom bei den lokalen Stromanbietern. Zum Vergleich die Anteile verschiedener Energieträger bei einem Ökostromerzeuger sowie als die Durchschnittswerte von Deutschland und Europa.

Ökostrom
Jeder, der im Kreis Heinsberg lokal erzeugten konventionellen Strom verbraucht, fördert auch den Abbau von Braunkohle, die Zerstörung unserer Heimat und die Zwangsumsiedlung tausender Einwohner, abgesehen von den Kosten und Problemen beim Erhalt unserer Feuchtgebiete. Der Anteil fossiler Energieträger am lokalen Strom liegt bei ca. 60 %. Da die West/NEW ihren Strom von RWE bezieht, handelt es sich dabei zum Großteil um Strom aus Braunkohle.

Dazu kommen ca. 24 % aus Kernenergie und 19 % aus regenerativen Energien, zum Großteil vermutlich aus Windkraftanlagen. Bei Nuon wird zumindest Kraft – Wärme - Kopplung genutzt, aber auch dort wird ein Teil des Stroms durch Kohleverstromung gewonnen. Vorsicht gilt bei Billigstromanbietern wie Yellow: Der Strom stammt teilweise aus Atomkraftwerken in Frankreich. Für 2005 gibt Yellow einen Kernenergie - Anteil von 52 % an. Dabei entstehen 5,6 g radioaktiv belasteter Abfall pro Familie (bei 4.000 kWh pro Familie und Jahr). Das sind über 10 Jahre bei 100.000 Haushalten schon 5,6 t (5.600 kg !). Die Endlagerung des radioaktiven Abfalls ist in Deutschland nach wie vor ungelöst, wird noch viele Generationen beschäftigen und viel Geld kosten.

Foto: P. Feuster  Windkraftanlagen
Foto: P. Feuster Windkraftanlagen
Braunkohlenkraftwerk (Foto: P. Feuster)
Braunkohlenkraftwerk (Foto: P. Feuster)

Schlussbemerkung
Es geht beim Einsatz moderner Energiespartechniken nicht um einen Verlust an Komfort. Tatsächlich führen viele vorgestellte Maßnahmen (Energiesparhäuser, Bionahrung) zu einer Erhöhung der Lebensqualität. Sie tun der Umwelt etwas Gutes, aber auch der deutschen Industrie, die die Zeichen der Zeit oft noch immer nicht erkannt hat: Die Nachfrage nach umweltverträglichen Produkten steigert die Forschung an solchen modernen, energie- und roh-stoffsparenden Produkten. Und ohne moderne Produkte kann keine exportorientierte Industrienation wie Deutschland überleben. Energiesparen und Umweltschutz helfen also auch, Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen und zu erhalten.

Naturstrom für den Kreis Heinsberg
Der Kirchenkreis Jülich – Heinsberg und der Stromversorger NUON haben eine Rahmenvereinbarung über den Bezug von 100% reinem Naturstrom abgeschlossen. Gemeindemitglieder können aufgrund dieser Vereinbarung kostengünstig Naturstrom beziehen. Dieses Angebot wurde nunmehr insofern erweitert, als dass zukünftig auch NABU-Mitglieder den Naturstrom von NUON beziehen können.

Weitere Informationen sowie ein Antragsformular liegen dem diesjährigen Naturblatt bei oder können im Internet abgerufen werden beim Kirchenkreis Jülich unter: www.kkrjuelich.de oder hier auf unserer Internetseite.

Braunkohlebagger (Foto: Gellißen)
Braunkohlebagger (Foto: Gellißen)

Stichwort „BoA-Kraftwerk Neurath“
Derzeit wird in Neurath bei Grevenbroich für ca. 2,2 Mrd. Euro Deutschlands größtes Braunkohlenkraftwerk errichtet. Das „Braunkohlenkraftwerk mit optimaler Anlagentechnik“ (=BoA), welches im Jahr 2010 ans Netz geht, wird im Regelbetrieb stündlich ca. 1.800 Tonnen Kohlendioxid ausstoßen.

Die vier RWE - Kraftwerke in Frimmersdorf, Neurath, Niederaußem und Weis-weiler stoßen jährlich neben 90 Mio. t Kohlendioxid z.B. auch 2.200 t Feinstaub (PM10) und 860 kg Quecksilber aus. Trotzdem weigert sich der Betreiber, die RWE Power AG – zumindest im BoA-Kraftwerk Neurath - die modernste (Gewebe-) Filtertechnik zu installieren. Dabei tragen Tagebaue und Kraftwerke schon jetzt erheblich dazu bei, dass z.B. die Feinstaub-Grenzwerte nicht eingehalten werden können. Dieser klimaschutzpolitische Wahnsinn wird zudem auch noch mit Milliarden Euro indirekter Subventionen durch die Bundesregierung gefördert:


Nur durch die kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten für 18 Jahre wird der Bau des Kraftwerks lukrativ. Der Großteil der Kohle für das BoA-Kraftwerk soll aus dem 48 qkm großen Tagebau Garzweiler II kommen. Hierfür müssen circa 7.600 Menschen umgesiedelt werden.

Die Gewinnung der Braunkohle ist dazu mit irreversiblen Folgen für die Natur und den Gewässerhaushalt- u. a. im Naturpark Schwalm-Nette – verbunden.

Naturblatt 2017

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Fledermäuse im Kreis Heinsberg

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