Regenerative Energieerzeugung im Kreis Heinsberg

Von Michael Straube

Stromerzeugung und Verbrauch

Eine Auswertung der Daten des Energieatlasses NRW im Internet (www.energieatlasnrw.de) gibt – wenn auch vermutlich weder vollständig noch korrekt – Antworten auf diese Fragen. Sie sind aber die einzigen halbwegs brauchbaren Daten, die man im Internet findet. Die Werte der einzelnen Kommunen und die Leistungen und Erträge regenerativer Energien an der Stromerzeugung finden Sie in der Tabelle am Ende des Artikels. Genauere Daten für die Energieverbräuche enthalten die u.g. Klimaschutzkonzepte.

Regenerative Energiequellen wie Windenergie und Photovoltaik erzeugen in einigen Dörfern und Gemeinden rein rechnerisch bereits einen Großteil des jährlichen Stromverbrauchs.

Die Zahl der Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung ist deutlich gewachsen: werden für 2011 noch knapp 4.200 Photovoltaikanlagen aufgeführt, sind es 2014 bereits über 5.800 (+39%). Die Anzahl der Windenergieanlagen (WEA) stieg dagegen nur um eine Anlage auf 126. Diese Zahl ist aber nicht aktuell, kamen schon vor Jahren mit drei Anlagen in Tripsrath und vier in Geilenkirchen-Beeck mehrere große Anlagen hinzu. In der Statistik des Landes steigt die installierte Leistung von 161 auf 173 MW. Bei den Biomasseanlagen ist die Zahl laut Statistik rückläufig (von 23 auf 21 Anlagen), hervorgerufen durch die Stilllegung von Anlagen in Gangelt und Hückelhoven. In mehreren Kommunen stieg die Zahl der Anlagen aber, vermutlich im Wesentlichen durch Agrargasanlagen - verbunden mit einem nach wie vor steigenden Maisanbau im Kreis Heinsberg (vgl. Artikel zur Landwirtschaft).

Auslaufmodell Braunkohletagebau. Inzwischen prägt die Windenergie das Landschaftsbild an vielen Stellen im Kreis.

Interessanter als die Zahl der Anlagen sind jedoch die Menge der erzeugten Energie und ihr Anteil am Stromverbrauch in den Kommunen:

 

Trotz einer gestiegenen Zahl von Anlagen lag der Ertrag 2014 mit 455 GWh um 11% unter dem Wert von 2011 (511 GWh). Der Rückgang ist i.W. auf einen Rückgang des Ertrags der Biomasseanlagen zurückzuführen, während PV-Anlagen 2014 (und auch 2015) hohe Erträge brachten. Der Rückgang des Stromertrags bedeutet auch einen starken Rückgang des Anteils von regenerativ erzeugtem Strom am Stromverbrauch im Kreis Heinsberg. Lag der Anteil 2011 noch bei 26,1%, sank er 2014 auf 22,4% (-14%). Ursache war aber nicht nur die niedrigere Erzeugung von regenerativem Strom sondern ein steigender Verbrauch! Um 3,1% stieg der Stromverbrauch im Kreis Heinsberg von 2011 bis 2014 laut der Landesstatistik – allen Willensbekundungen und Einsparbestrebungen zum Trotz. Außer in Geilenkirchen (-0,5%) stieg der Stromverbrauch in allen Kommunen im Kreis um mehrere Prozent, in Waldfeucht sogar um mehr als 16%. Absolut stieg der Verbrauch in Heinsberg mit 20 GWh am stärksten. Zum Vergleich: In Gangelt, Selfkant und Waldfeucht werden jeweils nur 81 - 95 GWh Strom pro Jahr genutzt.

 

Bundesweit ist der Trend ein anderer. 2014 wurde in Deutschland mehr Strom als jemals zuvor aus regenerativen Energiequellen gewonnen (161 TWh [Terawattstunden = 1.000.000.000 kWh) und damit erstmals mehr als aus Braunkohle (2014: 156 TWh). Der Anteil des Stroms aus allen regenerativen Energiequellen zusammen lag bundesweit 2014 bei 27,8%, in NRW waren es 11%. Im Mai und August 2014 wurden an einzelnen (Sonnen- und gleichzeitig Sonn-)Tagen 73% bzw. 75% des in Deutschland verbrauchten Stroms aus reg. Energien erzeugt. Zu manchen Tageszeiten konnte 2014 und 2015 allein die installierte Photovoltaik den Stromverbrauch Deutschlands allein decken. 2016 werden regenerative Energien in Deutschland doppelt so viel Strom erzeugen wie Kernkraftwerke. Und die Versorgungssicherheit hat unter dem Ausbau nicht gelitten, im Gegenteil: die Zahl der längeren Stromausfälle (> 3 min) ist 2014 weiter gefallen (179.000 nach 174.000 in 2013, AZ 21.8.15). Die steigende Zahl dezentraler Anlagen macht aber mehr Eingriffe wie das Ausschalten von Windparks bei viel Sonnenschein oder das Hochfahre konventioneller Kraftwerke bei Flauten notwendig. Große Batteriespeicher neben Kraftwerken, wie die STEAG etwa sie schon nutzt, die aber auch von der RWTH Aachen und von Daimler eingesetzt werden, können inzwischen riesige Strommengen zwischenspeichern (RWTH 5 MWh) und damit die Netze weiter stabilisieren, da sie sekundenschnell überschüssigen Strom aufnehmen oder Strom abgeben können. Das ginge auch an WEA, statt sie bei Sonnenschein abzuschalten und sinnlos trotzdem eine Vergütung für den nicht abgenommenen Strom zu bezahlen.

Tab. 1: Regenerative Stromerzeugung in NRW, Deutschland und der EU (Mrd. kWh)

  2005 2012 2013 2014 2015
NRW 7,1 14,9 15,9 ? ?
Deutschland 63,8 144,9 153,6 161,4 195,9
EU 460,0 767,8 857,7 899,5 ?

Tab. 2: Primärenergieverbauch in NRW und in Deutschland (Petajoule; 1 PJ = 278 GWh)

  1990 2005 2011 2012 2013 2014 2015
NRW 3.968 4.028 4.253 4.199 4.194 ? ?
Deutschland 14.905 14.558 13.599 13.447 13.822 13.132 13.335
EU 69.831 76.671 71.086 70.525 69.777 67.260 ?

Wie sieht die Zukunft der Stromerzeugung im Kreis Heinsberg aus?

Die Windenergie wird allen bisherigen Erwartungen (oder Befürchtungen) zum Trotz im Kreis noch einmal kräftig bei der Zahl der Anlagen und der installierten Leistung zulegen. 2015 wurden in der Stadt Heinsberg drei neue Konzentrationszonen für WEA beschlossen, die Platz für 15 Anlagen bieten (4 bei Waldenrath, 3 zwischen Pütt und Laffeld, 8 zwischen Randerath und Uetterath). Die bestehende Konzentrationszone bei Straeten soll verändert werden (Flächenzuschnitt und Höhenbegrenzung). Die neuen Anlagen sind bis zu 200 m hoch und haben mit bis zu 3,5 MW ein Vielfaches der Leistung der alten Anlagen in Kreis (meist 600 kW bis 1,5 MW). Nicht nur durch den Neubau, auch durch den Ersatz alter Anlagen durch neue, deutlich größere WEA steigt derzeit die installierte WEA-Leistung im Kreis, etwa im Windpark Waldfeucht-Bocket/Selfkant und in Rurich. Aufgrund größerer Anlagen müssen die Abstände der Anlagen untereinander und auch zu Ortschaften deutlich erhöht werden, so dass bei diesem Repowering die Zahl der Anlagen trotz stark steigender Gesamtleistung abnimmt. Dies ist auch im Sinne des Vogel- und Fledermausschutzes sowie des Landschaftsbildes. Der NABU hat ausführlich Stellung zu den Planungen der Stadt Heinsberg genommen, was sowohl den Schutz von Vögeln als auch von Fledermäusen betrifft. Aus der Sicht des NABU sind die eingereichten Unterlagen und Kartierungen völlig unzureichend. Interessant ist die Tatsache, dass die Potentialstudie der Stadt, in der mögliche Zonen bestimmt wurden, für 200 Meter hohe Anlagen berechnet wurde. Durch die großen Abstände u.a. zu Bevölkerung und benachbarten Anlagen fielen dadurch zahlreiche mögliche Standorte heraus. In den Anträgen für konkrete Anlagen u.a. bei Waldenrath werden aber „nur“ 149 m hohe Anlagen beantragt. Mit diesen kleineren Anlagen wären möglicherweise auch andere Standorte möglich, was aber wohl von Stadt und Investoren nicht gewünscht ist. Denn das wird in Heinsberg auch deutlich: die Zonen werden nicht nur anhand der dargestellten harten und weichen Tabukriterien ausgewählt sondern auch danach, wo WEA-Planer bereits Grundstücksbesitzer von der Verpachtung ihrer Flächen überzeugen konnten. Der Anreiz: 40.000 €/Jahr und Windrad für wenige Quadratmeter Fläche für Windrad, Kranstellfläche und Zuwegung (an windreichen Standorten in Norddeutschland schon 70.000 €/Jahr und WEA). Evtl. wird inzwischen sogar mehr gezahlt, haben es die WEA-Projektierer doch eilig: Ab 2017 wird die Stromerzeugung auch aus Windenergie an Land ausgeschrieben. Dann bekommen diejenigen den Zuschlag, die Strom am preiswertesten anbieten können. Damit sind neue Standorte mit schlechten Windbedingungen endlich Geschichte.

Windenergieanlagen sind nicht ohne Gefahren für Vögel und Fledermäuse. Jeweils etwa 2.800 Vögel Fledermäuse führt die Schlagopferstatistik für Deutschland auf (Stand Dez. 2015, nur gefundene und gemeldete Tier, vermutlich hohe Dunkelziffer gerade bei kleinen Vögeln und bei Fledermäusen). Hier wurde 2013 ein Goldhähnchen unter einer der großen Anlagen bei Mönchengladbach-Piperlohof entdeckt.

Aktuelle Windenergie-Projekte im Kreis Heinsberg und in den angrenzenden Kommunen

Neben den bereits genannten vier Projekten in Heinsberg (neue Zonen bei Waldenrath, Randerath und Laffeld, Erweiterung der Zone bei Straeten) laufen weitere Planungen und Arbeiten zum Zubau von Windenergie im Kreis:

 

Übach-Palenberg: Der Windpark im Nordosten der Stadt wurde 2015 durch eine moderne Anlage ergänzt. Erstmals im Kreis Heinsberg läuft hier ein Gerät zur Erfassung hoch fliegender Fledermäuse. Die in Rotorhöhe fliegenden Tiere lassen sich aus physikalischen Gründen vom Boden aus nicht nachweisen.

 

Wassenberg-Birgelen: Obwohl es ruhig geworden ist um die Pläne der Stadt, im Birgelener Wald eine Windkonzentrationsfläche auszuweisen, haben Investoren vier Anlagen dort beantragt – mitten im Wald, in unmittelbarer Nachbarschaft von Naturschutzgebieten und dem Nationalpark De Meinweg. Pikanterweise sollen zwei der Anlagen auf städtischen Flächen stehen.

 

Wegberg: Hier wurden 2014 die Ausweisung einer neuen Konzentrationsfläche am Merbecker Busch und die Vergrößerung der Fläche bei Petersholz in Richtung Tüschenbroich verhindert. Die NEWre schließt aber nicht aus, dass diese Flächen wieder von Investoren aufgegriffen werden.

 

Erkelenz: Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes wird vorgeschlagen, neue Konzentrationszonen zu suchen und bestehenden Anlage zu repowern. Außerdem will man KleinWEA fördern.

 

Hückelhoven: Südlich der beiden bestehenden Anlagen an der A 46 soll möglicherweise eine weitere Anlage errichtet werden.

 

Mönchengladbach: Kurz hinter der Grenze zum Kreis Heinsberg plant die NEWre Windenergieanlagen am Buchholzer und am Hardter Wald, im JHQ Rheindalen und dem ehemaligen britischen Krankenhaus (Hospital). Der NABU Heinsberg lehnt die genannten Standorte ab und wird die Planungen kritisch begleiten. WEA in und neben Wäldern sind – gerade in unserer waldarmen Region – nicht hinnehmbar. Der Buchholzer Wald ist mit seinem alten Baumbestand überaus wertvoll, ebenso das Naturschutzgebiet Gerkerather Wald. Nach dem Landesentwicklungsplan sind Wälder tabu, solange Flächen außerhalb möglich wären. JHQ und Hospital liegen auch unmittelbar neben Naturschutz- und FFH-Gebieten, Erlenbruchwäldern und Mühlenteichen in Wegberg. Neben zahlreichen Vogelarten kommen dort mindestens drei schlaggefährdete Fledermausarten vor.

 

Niederkrüchten: Für Zonen bei Vaarbrook, Boscherhausen und Venekoten liegen Vorplanungen eines Projektträgers vor. Die Zone bei Vaarbrook liegt unmittelbar am Meinweg, wo regelmäßig windkraft-sensible Fledermausarten jagen und Quartiere nutzen.

 

Schwalmtal: Bei Lüttelforst ist eine Zone unmittelbar nördlich des NSG- und FFH-Gebietes am Mühlenbach geplant.

 

Baesweiler: Die Stadt Baesweiler will weitere Windkonzentrationszonen ausweisen bzw. erweitern, eine davon südlich von Übach-Palenberg.

 

Im Entwurf des Regionalplans für den Regierungsbezirk Düsseldorf werden in Mönchengladbach, Schwalmtal, Brüggen, Viersen, Niederkrüchten und Jüchen weitere, über die oben genannten Gebiete hinaus gehende, so genannte Windvorrangzonen geplant. Windvorrangzonen sollen den Ausbau der Windenergie auf Landesebene sichern. Ihnen liegen nur grobe Untersuchungen zu Grunde. Daher stellen sie weder eine Garantie noch eine Genehmigung dar, dass  tatsächlich einmal WEA dort gebaut werden (dürfen). Windvorrangzonen schließen WEA und Konzentrationszonen an anderen Stellen nicht aus. Sie verhindern lediglich, dass im Bereich der Windvorrangzonen andere Nutzungen genehmigt werden, die mit einer Nutzung für die Windkraft kollidieren würden.

In die Abschlussarbeiten zu diesem Artikel platze die Landesregierung mit einem neuen Windenergie-Erlass. Damit will das Umweltministerium dem Ausbau der Windenergie in NRW weiter Schub geben. Stärkere Öffnung des Waldes, geringerer Ausgleich für die aufgrund der Höhe moderner WEA stattfindende gravierende Belastung des Landschaftsbildes (Anlagen aktuell bis 200 m, mit Sockel ggf. höher; die Entwicklung von Anlagen mit 200 m Nabenhöhe und über 250 m Gesamthöhe ist im Gange) und keine Verbesserung beim Schutz von Vögeln und Fledermäusen sind nur einige Punkte, die der NABU bereits im Anhörungsverfahren zum neuen Erlass (und auch seit vielen Jahren) kritisiert.

 

Die Zahl der PV-Anlagen steigt derzeit nur langsam, da die Einspeisevergütungen für Strom laufend sinken. Gleichzeitig sind die Anlagen aber viel preiswerter als vor 10 bis 20 Jahren. Da der Strompreis in den letzten Jahren - wie langfristig - deutlich gestiegen ist und weiter steigen wird (übrigens nicht nur durch die EEG-Umlage), macht es zunehmend Sinn, mit PV-Anlagen selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen. Dabei hilft die Entwicklung besserer Akkus, um Strom für die Nacht und für ertragsschwache Zeiten zu speichern. Wissenschaftler rechnen mit einer Kostensenkung von 10-20 % pro Jahr für Batteriespeicher. Gleichzeitig gewinnen Hersteller und Anwender zunehmend Daten zur langfristigen Haltbarkeit. Aber auch die Installation großer Warmwasserbehälter ermöglicht die Nutzung und Speicherung des selbst erzeugten Stroms für Warmwasser. Der Eigenverbrauch kann damit im Idealfall mehr als verdoppelt werden ! Für längere Zeiten wie den Winter müssen aber andere Lösungen entwickelt werden. Schon in der Praxis sind Wasserspeicher mit mehreren Kubikmetern Inhalt, die innerhalb von Häusern oder in Gärten eingelassen werden. Darin lässt sich nicht nur Energie für Warmwasser speichern, sondern es kann sogar genug Wärmeenergie gespeichert werden, um im Winter einen Großteil der Heizung zu übernehmen.

Photovoltaik in die Fläche!

Es ist im Prinzip eine gute Idee: Wir bauen PV-Anlagen auf vorhandene Dächer. Kommunale Gebäude, landwirtschaftliche Hallen und viele Wohnhäuser sind bereits damit belegt. Insgesamt liefen 2014 fast 6.000 Anlagen im Kreis Heinsberg. Das ist gut und schön, aber viel zu wenig. Viel mehr Potential hat der Bau auf großen Flächen. Statt vieler Minianlagen (durchschnittlich installierte Leistung 2014 im Kreis ca. 17,5 kW, bei den Hausanlagen weit unter 10 kW) sollten auch große Anlagen gebaut werden, die richtig viel Strom erzeugen. Ein Beispiel dafür – quasi von nebenan – stellt die Flächen-PV-Anlage der NEWre auf einer alten, verfüllten Kiesgrube bei Dülken dar. Auf 3,6 ha Fläche stehen hier Module mit einer Leistung von 2.000 kW und einem jährlich Ertrag von ca. 1.600 MWh. Solche Anlagen können durchaus auf landwirtschaftlichen Flächen stehen. Sie bringen mehr Energie (Strom) als Maisanbau auf derselben Fläche. Und ersparen dem Boden ständige jährliche Belastungen mit Düngern und Pestiziden (Flächen für Maisanbau werden i.d.R. vor der Saat totgespritzt). Nutzt man wie in Dülken nur gerammte Stahlträger als Fundamente, lassen sich die Anlagen einfach und rückstandsfrei wieder zurückbauen (siehe Foto). Unter den Anlagen weiden in Dülken Schafe. An anderen Orten werden darunter Pflanzen angebaut. Aufgrund der hoch montierten, feststehenden Module erhalten sie ausreichend Licht. Und im Hochsommer ist es – auch angesichts steigender Temperaturen sinnvoll, die eine oder andere Kultur zu beschatten. Auch die riesigen Dachflächen von Gewächshäusern könnte man mit PV-Modulen ausstatten (Agrophotovoltaik, siehe Quellen).

Inzwischen sind die ersten Ausschreibungen von Flächen-PV-Anlagen gelaufen. Im Frühjahr 2015 hat der Stadtwerke-Verbund Trianel sich eine Leistung von 18,5 MW gesichert. Und die Stadt Erkelenz will als erste Gemeinde im Kreis eine Fläche für Photovoltaik ausweisen. Neben der Grünannahmestelle soll hier auf gut 2 ha zwischen Eisenbahn und Autobahn grüner Strom erzeugt werden.

Flächen-Photovoltaikanlage in Viersen-Dülken.

Bei Agrargas ist die Grenze des Erträglichen bereits weit überschritten. Als Substrat wird im Kreis Heinsberg i.W. Mais eingesetzt, dessen Anbau den Boden langfristig schädigt (u.a. durch starke und häufige Gülleausbringung und erhöhte Erosion durch großflächig nackte Böden). Hier ist zunächst der Ersatz von Mais durch andere Substrate voranzutreiben, bevor – wenn überhaupt - ein weiterer Zubau erfolgen darf. Neben Mais wird auch Gülle als Substrat eingesetzt, im Kreis bieten sich weiter Zuckerrüben an. Zum Glück hat der Gesetzgeber die Zerstörung der Landschaft durch Agrargasanlagen erkannt und die Einspeisevergütung für neue Anlagen ab 2014 stark gesenkt. Neuanlagen sollen nur noch mit Rest- und Abfallstoffen rentabel betrieben werden können. Neben Agrargas gibt es im Kreis zumindest in Hückelhoven auch Kraftwerke, die Holz als Biomasse zur Wärmeerzeugung für das lokale Fernwärmenetz nutzen.

 

Geothermie, also die Nutzung von Wärme aus oberflächennahen oder tiefen Bodenschichten, ist im Kreis Heinsberg laut Energieatlas NRW bislang ohne Bedeutung. Allerdings waren 2011 allein in Hückelhoven schon 106 Anlagen mit Erd- oder Wassersonden genehmigt, die 1.150 MWh Wärmeenergie bereit gestellt haben. Und zunehmend nutzen Häuser Luftwärmepumpen, die der Außenluft Wärme für die Wohnraumheizung entziehen.

 

 

Gleiches gilt für die Wasserkraft. Der Energieatlas NRW gibt keine einzige Anlage im Kreis Heinsberg an, allerdings 11 Anlagen im Kreis Düren mit immerhin 32 MW installierter Leistung, v.a. am Oberlauf der Rur, wo viel Wasser und ein höheres Gefälle als im Kreis Heinsberg vorhanden ist. Immerhin knapp 4% des im Kreis Düren verbrauchten Stroms werden damit gewonnen. Wasserkraft hat den Vorteil, dass sie fast ständig Energie liefern kann, wenn auch oft nur wenig. Die Idee, an den Bächen in Wegberg Kleinwasserkraftwerke zu bauen, wurde zu Glück vorerst verworfen. Sie liegen in Naturschutzgebieten und europäischen Schutzgebieten. Im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie müssen die Bäche gerade an den Mühlenstaus zunächst durchgängiger für Fische und wirbellose Tiere gemacht werden (wie etwa an der Molzmühle in Wegberg). Dadurch wird deutlich weniger Wasser als heute für eine Kraftwerksnutzung zu Verfügung stehen.

 

Folgerungen

Insgesamt dürfte, nein MUSS der Zubau regenerativer Energien im Kreis Heinsberg dazu führen, dass ein Flächenkreis in der Lage ist, sich zumindest rechnerisch allein mit Strom zu versorgen. In Waldfeucht war dies 2011 bereits der Fall, 2014 aber nicht mehr. Einer gesunkenen Produktion (u.a. durch den vorübergehenden Abbau von WEA für Repowering und schlechte Windverhältnisse in 2014) steht dort ein stark gestiegener Verbrauch gegenüber, vielleicht aufgrund neuer, riesiger Treibhäuser oder erhöhter Eisproduktion?

 

Prognosen zur Energieerzeugung in den Kommunen macht das Land NRW mit seinem Planungsrechner für Erneuerbare Energien (siehe Quellen). Danach könnten – bei Nutzung aller Potentiale - im Kreis Heinsberg statt aktuell 455 GWh Strom pro Jahr sogar 3,68 TWh pro Jahr produziert werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch (bezogen auf 2014) könnte damit von 22 % auf 181 % steigen. So oder so ähnlich muss es auch sein, abgesehen von möglichen Stromeinsparungen. Ein Landkreis mit großer Fläche und eher niedriger Bevölkerungsdichte muss Strom für die Ballungsräume in der Nachbarschaft bereit stellen. Bei land- und fortwirtschaftlichen Produkten ist es nicht anders. Zum Vergleich: bei einem ähnlichen Stromverbrauch wie im Kreis Heinsberg werden in Mönchengladbach derzeit nur 3,8 % des Stroms regenerativ erzeugt und das Land sieht auch nur ein Potential für 67 % des Verbrauchs. Der mögliche Überschuss aus dem Kreis Heinsberg könnte also das Defizit in Mönchengladbach mehr als decken – immer bezogen auf die aktuellen Verbrauchswerte. Allerdings werden sich nirgendwo alle vom Land optimistisch gesehenen Potentiale (gerade bei der Windenergie) nutzen lassen.

 

Natürlich sind beim Ausbau regenerativer Energien und bei der Versorgungssicherheit wechselnde Erträge zu betrachten sowie die Ungleichheit des Zeitpunkts der Stromerzeugung und des Stromverbrauchs. Umso dringender benötigen wir große Speicherlösungen. Aber auch über eine ertragsabhängige Komponente des Strompreises könnten Erzeugung und Verbrauch angenähert werden. Warum sollte man Wasch- und Spülmaschinen sowie andere Verbraucher nicht zu Zeiten günstigen Stroms anschalten? Das wäre doch einmal eine sinnvolle und auch bares Geld sparende Anwendung der intelligenten Haussteuerungen. Im Zusammenhang mit PV-Anlagen gibt es solche Steuerungen bereits. Ganz einfach geht dies auch mit einer einfachen Schaltuhr, die den Heizstab im Warmwasserspeicher dann anschaltet, wenn täglich viel Sonne zu erwarten ist. Der Autor dieses Artikels konnte damit den Anteil des selbst genutzten Stroms seiner PV-Anlage um mehr als 50 % steigern. Genauso gut kann man übrigens in Gewerbe und Industrie auch Kälte auf Vorrat produzieren und speichern, etwa in der energieintensiven Eisproduktion und in Kühlhäusern. Und das über viele Stunden und Tage – fast ohne Verluste.

 

Ein wichtiges Ziel ist – neben der Steigerung der Stromerzeugung aus reg. Energieträgern – die Senkung des Stromverbrauchs im Kreis Heinsberg. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED in Kommunen und Haushalten ist ein – kleiner - Schritt dabei, die Abschaltung von Geräten im Stand-by-Modus, aber auch von vielen anderen, sinnlos laufenden Netzteilen ein weiterer. Allerdings könnte der Stromverbrauch mittelfristig sogar stark zunehmen, wenn der Fahrzeugantrieb auf Strom umgestellt werden kann. So hohe Kilometerleistungen mit großen und schweren Fahrzeugen wie wir sie von heute kennen, werden sich damit nicht realisieren lassen. Aber schon der Wechsel vom Elektro-PKW auf ein Pedelec spart einen Großteil der nötigen elektrischen Energie – schon einfach aufgrund des deutlich geringeren Gewichts des Fahrzeugs und der niedrigeren Geschwindigkeit. Und die damit verbundene Bewegung dürfte den meisten von uns gut tun. Derzeit transportieren wir häufig nur einen Menschen mit vielleicht 80 kg Gewicht in einer Karosse, die mehr als eine Tonne wiegt. Im Sommer 2015 waren im Kreis Heinsberg 70 Elektroautos zugelassen (HZ, 4.9.15), die meisten in Erkelenz (25) und Heinsberg (16). Zur Förderung gibt es in Heinsberg fünf öffentliche Ladestationen, wo bis Ende 2016 die Batterie kostenlos aufgeladen werden kann, eine weitere bei Alliander. Was zur Förderung der E-Mobilität dient, ist hier schon kurios: 6 Tankstellen für 16 Heinsberger (sowie auswärtige) E-Autos (sowie kreisweit etwa 14 Ladestationen für Ebikes). Hätte man das Geld nicht lieber in die Förderung der Anschaffung weiterer E-Mobile stecken sollen? Es kommt jedenfalls Bewegung in den noch am Boden liegenden Markt für E-Mobilität. Die Speicher werden zunehmend leistungsfähiger und preiswerter, so dass E-Autos zu einer echten Alternative werden. Ideal sind die großen Speicher auch, um Überschüsse aus Photovoltaikanlagen zwischen zu speichern. Der Elektroautobauer Tesla bietet neuerdings eine leistungsfähige Batterie als Speicher für private Haushalte an. Es ist aber eigentlich nicht sinnvoll, schwere Batterien in Emobile einzubauen, um möglichst weit zu kommen, da durch das Gewicht die Reichweite drastisch sinkt. Tatsächlich wiegen alle aktuellen Emobile außer Smart, Twizzy und TWIKE weit über eine Tonne. Außerdem werden die Fahrzeuge damit so teuer, dass sie niemand kauft. Gerade einmal 0,6 % der Neuzulassungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2015 entfielen auf Emobile. 77 % der 2014 neu zugelassenen E-Autos wurden gewerblich genutzt und sogar 83 % der Plug-in-Hybride. Der Großteil davon entfiel auf Hersteller und Händler. Privat werden nach wie vor kaum E-Mobile angeschafft.

Ohne Verzicht geht es nicht!

Ein Kommentar von Michael Straube

Wenn mit viel Gehirnschmalz und Recherche produzierte Klimaschutzkonzepte zum Schluss kommen, dass die in unseren Gemeinden denkbaren Maßnahmen nicht ausreichen, das notwendige Ziel zu erreichen und die Klimaerwärmung auf maximal 2°C (besser wären 1,5°C) zu begrenzen, ist es notwendig, über andere, unpopuläre Maßnahmen nachzudenken. Das macht die Politik natürlich nicht gerne: Verzicht predigen. Wir müssen unsere Superluxus-Lebensweise auf ein normales Maß zurückschrauben. Wir müssen Vorbild sein, denn wenn Milliarden Menschen auch nur einiges von unserem Verbrauch an Rohstoffen und Energie aufholen, ist es in wenigen Generationen vorbei mit menschlichem Leben auf diesem Planeten, wie wir es kennen.

 

Warum leisten es sich nicht wenige Menschen tatsächlich, mal eben zum Shoppen nach New York zu fliegen (während jeder 5. Deutsche als arm gilt) oder mehrmals im Jahr nach Malle? Warum können Autos in einem Land, das führend in vielen Techniken ist, darunter sicherlich auch in der Motoren- und Messtechnik, ein Vielfaches von Kohlendioxid und Stickoxiden ausstoßen als erlaubt und beworben? Alleine mit saubererer Technik, so sauber wie angepriesen, ließe sich schon viel für Klima, Umwelt und auch für unsere Gesundheit tun. In London sollen mehrere 1.000 Menschen im Jahr aufgrund der hohen Stickoxid-Belastung der Luft sterben.

 

Können wir unseren Fleischkonsum nicht deutlich senken? Beim Umweg über Fleisch statt Getreide gehen bis über 80 % der Nährstoffe verloren, verbunden mit einem vielfachen Einsatz an Fläche, Düngern und Pestiziden sowie gigantischen Futtermitteltransporten, die alle auch wahnsinnig viel Energie erfordern.

 

Also bitte, ein wenig Verzicht. Weniger Fleisch, mehr Bewegung (mit Rad, Pedelec oder zu Fuß) und eine sauberere Luft tun unserer Gesundheit gut und sparen über geringere Kosten für Krankheitsbehandlung, Frühverrentung und vorzeitiges Ableben wiederum immense Kosten. Und auch Leid.

Mehr als nur Strom

Bei der Eindämmung des Klimawandels, der i.W. durch vom Menschen freigesetzte Gase wie Kohlendioxid aus Verbrennungen in Verkehr und Heizungen, aber auch Lachgas und Methan aus Düngern, Viehhaltung und Reisanbau verursacht wird, reicht die Betrachtung der Stromerzeugung bei weitem nicht aus. Große Potentiale, die genutzt werden müssen, liegen auch bei der Heizung und Warmwassererzeugung, im Verkehr und in der Landwirtschaft (vgl. folgende Tabelle). Immer noch werden Berge von Futtermitteln zur Fleisch- und Milcherzeugung verfüttert, obwohl dies - im Vergleich zu Ernährung aus Pflanzen - zu einem Energieverlust von 50-80 % führt. Wir müssen nicht gleich alle Vegetarier werden, aber wenn wir nur zwei- oder dreimal in der Woche Fleisch essen und auch den Konsum von Wurst, Milch- und Eiprodukten etwas senken würden, wäre viel gewonnen, auch für den Tierschutz. Und mit dem gesparten Geld dürfte es gerne auch öfter mal Bio sein, oder Fleisch von konventionell wirtschaftenden Landwirten aus dem eigenen Ort, die selbst vermarkten.

Tab. 3: Anteil verschiedener Energieverbraucher pro Gemeinde (Daten aus den vorliegenden Klimaschutzkonzepten) – es fehlen u.a. Ernährung und Konsumprodukte. Der Anteil des Verkehrs könnte noch höher liegen, mogeln doch vermutlich alle Automobilhersteller bei den Verbrauchswerten kräftig (und mit steigenden Abweichungen von Testverbrauch und realem Verbrauch).

Gemeinde Einwohner Gesamtenergieverbrauch (Jahr) Strom Wärme Verkehr
Gangelt 12.000 418 GWh (2010, Primärenergieverbrauch) 13% 28% 59%
Geilenkirchen 28.300 786 GWh (2011, Endenergieverbrauch) 17% 45% 38%
Hückelhoven 40.000 851 GWh (2011, Endenergieverbrauch) 20% 40% 40%
Wassenberg 17.000 421 GWh (2013, Endenergieverbrauch) * * 39%
Wegberg 30.000 737 GWh (2011, Endenergieverbrauch) 29% 33% 35%

* Angegebene Werte nicht mit anderen Berichten vergleichbar.

Ein ganz wichtiger Ort des Energieverbrauchs sind die Heizung unserer Häuser und die Warmwasserbereitung. Durch moderne Bauweise (und Vorschriften zur besseren Wärmedämmung) ist der Energieverbrauch moderner Gebäude bereits drastisch gesunken. Die Dämmung alter Gebäude ist umstritten und wird nicht selten schlecht gemacht. Sie ist aber notwendig und muss dringend an Fahrt gewinnen. Derzeit werden nur rund 1% der alten Gebäude pro Jahr energetisch saniert, viel zu wenig, um bis 2020 40% der Treibhausgasimmissionen in Deutschland zu vermeiden. Dabei gibt es zahlreiche Förderungen für Wärmedämmung und Heizungen, unter anderem durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrförderung BAFA (www.bafa.de) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de). Die Verbraucherzentrale und andere bieten sehr günstige Analysen und Beratungen für die Sanierung von Gebäuden und Heizungsanlagen an. Solche Beratungen sind unbedingt zu empfehlen, bevor man Angebote einholt, denn sie geben auch Hinweise zur Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen. Von den Handwerkern sollte man unbedingt fordern, dass sie den Hausbesitzer bei der Antragstellung beraten. Zuschüsse bis über 10% der Ausgaben und zinsgünstige Kredite erleichtern die Umsetzung der Maßnahmen. Dabei lohnen sich die Maßnahmen nicht nur für Umwelt und Klima sondern – zumindest langfristig – auch fürs eigene Portemonnaie.

 

Dass Maßnahmen wirken können zeigt z.B. die Stadt Erkelenz in ihrem Jahresenergiebericht 2014. Die Kohlendioxid-Emissionen für die Gebäudeheizung sind von 1993 bis 2014 um 53 % gesunken. Durch die Umstellung nahezu aller Gebäude und Anlagen auf Ökostrom finden statistisch keine Kohlendioxid-Emissionen mehr für die Stromerzeugung statt und der Gesamt-Kohlendioxid-Ausstoß ist gegenüber 1993 um satte 68 % gesunken. Die Gesamtkosten für Wasser und Energie sanken gegenüber 2013 – auch aufgrund des milden Winters – um 363.000 €.

Lokale Klimaschutzkonzepte

Mehrere Gemeinden im Kreis Heinsberg haben Klimaschutzkonzepte erstellt. Vorreiter war dabei Gangelt (2012). Inzwischen gibt es derartige Konzepte auch in Wegberg, Hückelhoven und Geilenkirchen. Erkelenz und Wassenberg erarbeiten gerade ihre Klimaschutzkonzepte, der Kreistag Heinsberg hat die Erstellung eines solchen Konzeptes im Sommer 2015 beschlossen. Wünschenswert wäre hier und da eine bessere Öffentlichkeitsbeteiligung.

 

Ein Fazit, was deutlich etwa im Wegberger Konzept zu Tage tritt: Selbst bei Umsetzung aller aufgezeigten Maßnahmen können die von der Bundesregierung geplanten Einsparungen von klimaschädigenden Gasen in Wegberg nicht erreicht werden. Ähnlich dürfte es kreisweit und bundesweit sein. Bedenkt man, dass die von der Bundesregierung geplanten 40 %igen Einsparungen von Treibhausgasen in der Wirklichkeit gar nicht ausreichen dürften (Experten sprechen von bis zu 90 %), ist dies ein Armutszeugnis. Wenn es uns in den reichen Industriestaaten, die für eine Großteil der klimaschädlichen Gase verantwortlich sind, nicht gelingt, wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, wie können wir es dann vor aufstrebenden und wirklich armen Staaten und Menschen erwarten? Um es klar zu sagen, wenn wir so weiter machen, verfehlen wir das Ziel, die Erderwärmung durch den Menschen auf maximal 2 °C zu begrenzen klar. Die Folgen werden wir spüren, nicht nur junge Menschen und unsere Nachkommen: Starkregenereignisse, Überschwemmungen und Stürme nehmen heute schon zu. Nicht jedes Jahr und nicht für jeden erkennbar und einsehbar. Aber der Trend ist eindeutig und trifft auch uns in Deutschland.

Kein Klimawandel?

„Das Jahr 2014 war in ganz Deutschland mit 10,3 Grad das bisher wärmste Jahr seit dem Beginn der Wetteraufzeichnung vor über 130 Jahren (1881). Gleiches gilt für Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Jahr 2014 wurde in NRW mit 11,0 Grad erstmals ein zweistelliger Temperaturwert festgestellt, das ist die höchste gemessene mittlere Jahres-Temperatur. Gegenüber der gültigen Referenzperiode 1961 – 1990 ist das ein Anstieg um plus 2 Grad Celsius.“ (www.energiestatistik-nrw.de)

 

2015 war zwar nicht ganz so warm. Die Temperaturen lagen aber wie in den Vorjahren weit über dem langjährigen Mittelwert.

Tab. 4: Entwicklung der Jahresdurchschnittstemperaturen in Deutschland und in NRW

  2015 2014 2013 2012 2011 2010 2005 Ø 1961-1990
Deutschland  9,9 10,3 8,7 9,1 9,6 7,9 9,0 8,2
NRW 10,4 11,0 9,2 9,7 10,4 8,4 9,9 9,0

Daher gibt es keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen oder in Schockstarre zu verfallen. Wir brauchen wirksame Maßnahmen. Und zwar ganz schnell.

 

Bitte machen Sie bei der Energiewende mit!

Tab. 5: Stromverbrauch, Zahl, Leistung und Ertrag regenerativer Energiequellen im Kreis Heinsberg (Stand: Herbst 2012 und 5.9.15, Energieatlas NRW, www.energieatlasnrw.de)

Kommune Stromverbrauch per capita
Summe regen. Energie (Anteil am Stromverbrauch) WEA Installierte Leistung Ertrag Windenergie Photovoltaik-anlagen Installierte Leistung Ertrag Photovoltaik Biomasse Installierte Leistung Ertrag Biomasse
Erkelenz 2011
344 GWh/a 71,8 GWh/a
(20,9%)

27

33,9 MW

59,3 GWh/a

626

11,5 MW

10,5 GWh/a 1
0,3 MW
2,0 GWh/a
Erkelenz 2014 350 GWh/a
(+1,7%)
42.792
8.039 kWh/EW
71,3 GWh/a
(20,4%)

27
33,9 MW

53,8 GWh/a

888
15,3 MW

13,6 GWh/a 3
0,5 MW
3,0 GWh/a
Gangelt
2011
90 GWh/a 69,6 GWh/a
(77,9%)
inkl. Depo­niegas
19
26,3 MW
46,0 GWh/a

415
7,5 MW

6,8 GWh/a 7
2,7 MW
16,8 GWh/a
Gangelt
2014
95 GWh/a
(+5,6%)
11.642
8.160 kWh/EW
62,7 GWh/a
(65,9%)
19
26,3 MW
41,7 GWh/a

549
10,0 MW

8,8  GWh/a 5
1,9 MW
11,4 GWh/a
Geilenkirchen
2011

219 GWh/a

37,3 GWh/a
(17,1%)
17
13,7 MW
23,9 GWh/a

604
11,3 MW

10,3 GWh/a 1
0,5 MW
3,1 GWh/a
Geilenkirchen
2014
218 GWh/a
(-0,5%)
26.626
8.187 kWh/EW
63,1 GWh/a
(29,0%)
22
29,9 MW
47,5 GWh/a

806
13,9 MW

12,3 GWh/a 1
0,5  MW
3,0 GWh/a
Heinsberg
2011
315 GWh/a 28,7 GWh/a
(9,1%)
7
4,2 MW
7,4 GWh/a

850
15,9 MW

14,6 GWh/a 6
1,1 MW
6,7 GWh/a
Heinsberg
2014
335 GWh/a
(+6,3%)
40.908
8.189 kWh/EW
32,1 GWh/a
(9,6%)
6
4,2 MW
6,6 GWh/a

1.125
21,5 MW

19,1 GWh/a 5
1,1 MW
6,3 GWh/a
Hückelhoven
2011

302 GWh/a

163,5 GWh/a
(54,1%)
12
18,6 MW
32,6 GWh/a

424
7,7 MW

7,1 GWh/a 6
20 MW
123,8 GWh/a
Hückelhoven
2014
317 GWh/a
(+5,0%)
38.709
8.189 kWh/EW
88,6 GWh/a
(28%)
12
18,6 MW
29,5 GWh/a

581
9,6 MW

8,5 GWh/a 2
8,4 MW
49,8 GWh/a
Selfkant
2011
79 GWh/a

18,5 GWh/a

 

(23,4%)

6
8,2 MW
14,4 GWh/a

215
4,5 MW

4,1 GWh/a 0
0 MW
0 GWh/a
Selfkant
2014
81,7 GWh/a
(+3,4%)
9.993
8.776 kWh/EW

18,1 GWh/a
(22,1%)

5
7,2 MW
11,4 GWh/a

304
5,9 MW

5,2 GWh/a 2
2,2 MW
1,3 GWh/a
Übach-Palenberg
2011
191 GWh/a

20,3 GWh/a
(10,6%)

9
9,5 MW
16,6 GWh/a

189
4,0 MW

3,7 GWh/a 0
0 MW
0 GWh/a
Übach-Palenberg
2014
196 GWh/a
(+2,6%)
23.948
8.184 kWh/EW

21,0 GWh/a
(10,7%)

9
9,5 MW
15,1 GWh/a

292
6,0 MW

5,3 GWh/a 0
0 MW
0 GWh/a
Waldfeucht
2011
70 GWh/a

72,4 GWh/a
(102,6%)

22
39 MW
68,3 GWh/a

243
4,4 MW

4,1 GWh/a 0
0 MW
0 GWh/a
Waldfeucht
2014
81,3 GWh/a
(+16,1%)
8.720
9.323 kWh/EW
64,2 GWh/a
(90,1%)
20
36,0 MW
57,1 GWh/a 321
5,7 MW
5,1 GWh/a 1
0,3 MW
1,7 GWh/a
Wassenberg
2011
134 GWh/a 7,2 GWh/a
(7,4%)
inkl. Depo­niegas
1
0,1 MW
0,1 GWh/a 258
3,0 MW
2,7 GWh/a 1
0,7 MW
4,4 GWh/a
Wassenberg
2014
141 GWh/a
(+5,2%)
17.182
8.206 kWh/EW
10,9 GWh/a
(7,7%)
1
0,1 MW
0,1 GWh/a 361
4,4 MW
3,9 GWh/a 1
0,8 MW
4,6 GWh/a
Wegberg
2011
224 GWh/a 21,3 GWh/a
(9,5%)
5
7,5 MW
13,1 GWh/a 363
6,6 MW
6,1 GWh/a 1
0,3 MW
2,1 GWh/a
Wegberg
2014
227 GWh/a
(+1,3%)
27.713
8.191 kWh/EW
23,1 GWh/a
(10,2%)
5
7,5 MW
11,9 GWh/a 583
9,6 MW
8,5 GWh/a 1
0,3 MW
2,0 GWh/a
Kreis Heinsberg
2011
1.969 GWh/a 511 GWh/a
(26,1%)
125
161 MW
282 GWh/a 4.187
76,4 MW
70 GWh/a 23
25,7 MW
159 GWh/a
Kreis Heinsberg
2014
2.030 GWh/a
(+3,1%)
248.233
8.178 kWh/EW
455 GWh/a
(22,4%)
126
173 MW
275 GWh/a 5.810
102 MW
90 GWh/a 21
14,0  MW
83 GWh/a
Kreis Viersen (6.3.16) 2.404 GWh/a
295.100
8.146 kWh/EW
305 GWh/a
(12,7%)
           
Stadt Mönchengladbach (6.3.16) 2.093 GWh/a
262.900
7.961 kWh/EW
80 GWh/a
(3,8%)
           

Auslaufmodell Großkraftwerke. Gefragt sind kleine, gut regelbare KWK-Anlagen, die zusammen mit Speichern die unregelmäßige Stromerzeugung aus Wind und Sonne ausgleichen können und die dabei deutlich weniger Kohlendioxid freisetzen als die fossilen Dinosaurier.

Schafe im Schatten der Flächen-PV-Anlage in Dülken

Wichtige Datenquellen:

Naturblatt 2016

Fledermäuse im Kreis Heinsberg

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