Chronik der NABU-OG Geilenkirchen/Übach-Palenberg

Teverener Heide 1975 / Foto: M. Gellissen
Teverener Heide 1975 / Foto: M. Gellissen

In der Region Geilenkirchen/Übach-Palenberg gehen die Anfänge der DBV-Aktivitäten bis in die 1950er-Jahre zurück. Hermine Stephan und Hans-Georg Bommer beleuchten die wichtigsten Stationen.

Bereits für die 1950er Jahre wird in den Unterlagen des NABU-Landesverbandes die Existenz einer DBV-Gruppe in der hiesigen Region erwähnt. Sodann haben in der ersten Hälfte der 1970er Jahre in Übach-Palenberg naturinteressierte Einwohner eine Ortsgruppe des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV) gegründet. Diese Ortsgruppe hat möglicherweise bis in die 2. Hälfte der
70er Jahre hinein existiert (teilweise ohne Vorstand). 1985 ist in Übach-Palenberg nochmals eine NABU-Gruppe u.a. durch Eugen Thönnes gegründet worden. 1987 stand die Frage an, ob die letzten 18 Mitglieder der Gruppe in die DBV-Ortsgruppe Geilenkirchen
übernommen werden sollen. Genaue Aufzeichnungen und Daten dieser Ortsgruppen liegen zur Zeit leider nicht vor.

In den 70er Jahren begannen auch erste Aktivitäten in Angelegenheiten des Landschafts- und Naturschutzes im Raum Geilenkirchen durch Johann Jentgens, den späteren Vereinsvorsitzenden. Mit Schreiben vom 28.10.1977 wandte er sich im Namen der Ortsgruppe Geilenkirchen an das Amt für Agrarordnung in Aachen, um zu klären, welchen Status der neuangelegte Teich bei Müllendorf hatte. Die DBV-Ortsgruppe war damals noch nicht eingetragener Verein. Die „offizielle Geburtsstunde“ der heutigen NABU-Ortsgruppe Geilenkirchen/ Übach-Palenberg ist der 10.12.1979. Damals gründeten Naturschutzinteressierte die DBV-Ortsgruppe Geilenkirchen als selbständigen Verein. Erster Vorsitzender des Vereins war Johann Jentgens, der in dieser Funktion den Verein bis zum 15.3.1993 geleitet hat. Vereinstreffpunkt wurde bis 1993 die „Ponytränke“ in Müllendorf.

Ab dem ersten Jahr ihres Bestehens versuchte die Ortsgruppe jährlich auch Nichtmitglieder durch ein bis zwei geführte Wanderungen sowie durch einen Lichtbildervortrag für die Natur zu interessieren. Der Verein erfreute sich zunächst lebhaften Interesses. Erstaunlich war, dass an der Jahreshauptversammlung 1981 30 Personen teilgenommen haben. Laut Protokoll vom 11.12.1981 existierte damals im Verein sogar eine Jugendgruppe. Der Verein begann mit viel Elan, sich erfolgreich um die Durchführung von Naturschutzprojekten zu kümmern. Bedeutend war, dass am 10.9.1980 ein Pachtvertrag zwischen der Stadt Geilenkirchen und der DBV-Ortsgruppe zur Betreuung des Vogelschutzgebietes Kogenbroich geschlossen worden ist.

Auch die Stellungnahmen nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) beschäftigten damals schon den Verein. 1981 wurde je eine Stellungnahme zum Landschaftsplan Geilenkirchener Wurmtal und zur Flurbereinigung Immendorf gefertigt.

Hermine Stephan / Foto: C. Glashagen
Hermine Stephan / Foto: C. Glashagen

Bereits 1983/84 führte die Ortsgruppe Pflegearbeiten (Einschlag von Birken) im NSG Teverener Heide durch.

Ab 1982 kümmerte sich die Ortsgruppe immer wieder um den Bau und die Betreuung von Nisthilfen sowie das Thema der Winterfütterung von Vögeln. Am 5.12.1983 wurden von der Ortsgruppe 2 Grundstücke, davon eines an der L 42 gelegen, vom Kreis Heinsberg für die Dauer von 15 Jahren angepachtet. Ferner wurde am 1.10.1984 ein Feuchtbiotop im Vogelschutzgebiet Kogenbroich angelegt. Dieser Biotop wird bis heute im Rahmen von Arbeitseinsätzen regelmäßig gepflegt (Mahd und Rückschnitt von Sträuchern und Bäumen). Der Biotopbereich war viele Jahre lang Lebensraum für die bei uns selten gewordene Nachtigall.

1985 wurde eine Schließung des Motodroms in Honsdorf nach zähen Verhandlungen mit Verwaltung und Politikern erreicht. Die diesbezüglichen Veranstaltungen wurden ab Oktober 1987 endgültig eingestellt. 1986 wurden Patenschaften über stillgelegte Kläranlagen in Geilenkirchen übernommen. Die ehem. Kläranlage bei Prummern wurde daher zum Fledermausquartier ausgebaut (1992). Diese Bemühungen waren auch hinsichtlich der Artenvielfalt von Erfolg gekrönt. So wurde bei Prummern das Braune Langohr (Plecotus auritus, Rote Liste NRW 1999, Kat.3) nachgewiesen. Doch es gab auch Rückschlage – 1986 bemühte man sich auch darum, ein kleines Waldgrundstück in der Gemarkung Brachelen-Lindern-Randerath zu kaufen. Diese Bemühungen hatten jedoch keinen Erfolg. Die Ortsgruppe hat auch Maßnahmen des allgemeinen Umweltschutzes initiiert bzw. dabei mitgewirkt.

Diese Mitwirkung betraf z.B. die Einstellung von „Umweltlehrern“ (gefördert aus ABMMitteln) und das „Müllpilotprojekt Geilenkirchen“ (1989 und 1990). In diesen Jahren unterstützte die Ortsgruppe in Zusammenarbeit mit niederländischen Naturschützern den erfolgreichen Widerstand gegen eine in Abdissenbosch geplante Müllverbrennungsanlage für Haus- und Gewerbemüll. Sie nahm an einer Demonstration vor dem Parlament in Maastricht teil, sammelte Unterschriften (1600 Unterschriften wurden dem OKD überreicht) und organisierte Vorträge. 1989 ist Karl Beckers zum 2. Vorsitzenden der Ortsgruppe gewählt worden.

Am 18.1.1991 erfolgte der Beschluss, dem Verein den Namen „DBV Naturschutzbund Deutschland, Ortsgruppe Geilenkirchen“ zu geben. In diesem Jahr gelang es, nicht zuletzt durch intensive Überzeugungs- und Pressearbeit, den Bau einer Tennishalle mit dazugehörigen Parkplätzen hinter Burg Trips im LSG „Geilenkirchener Wurmtal“ zu verhindern. Am 5.3.1993 wurde Günther Ulrich zum 1. Vorsitzenden gewählt. Treffpunkt des Vereins wurde nun das Gerberhaus in Geilenkirchen.

vergifteter Mäusebussard 2009     Foto: Komitee gegen den Vogelmord
vergifteter Mäusebussard 2009 Foto: Komitee gegen den Vogelmord

Im März 1995 wurde Hermine Stephan zur 1. Vorsitzenden der NABU-Ortsgruppe gewählt. Unter ihrer Führung hat sich die Ortsgruppe weiterhin der Vielzahl der anfallenden Aufgaben im Naturschutz angenommen. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten blieb die Betreuung des Vogelschutzgebietes in Kogenbroich. Hier fand jährlich mindestens ein Arbeitseinsatz statt. Am 23.10.1995 ist sodann der Info-Kasten der NABU-Ortsgruppe bei Burg Trips aufgestellt worden. In diesem Kasten werden in Bild und Wort Tier- und Pflanzenarten mit aktuellem Bezug vorgestellt. Die Betreuung dieses Kasten hat in vorbildlicher Weise bis heute Traugott Grimm durchgeführt.

Ab 1996 hat die Ortsgruppe an den Umwelttagen in Übach-Palenberg teilgenommen. Eine beachtliche Arbeitsbelastung stellten immer wieder Aktivitäten im Zusammenhang mit geplanten Eingriffen in Landschaft und Natur dar, insbesondere auch die Mitarbeit bei Stellungnahmen gemäß § 29 Bundesnaturschutzgesetz. Beispielhaft seien die kritischen Auseinandersetzungen mit einem Bebauungsplan im Bereich Süggerath (1998), mit der Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen am oberen Rodebach zwischen
Grotenrath und Gillrath (1999-2001) und mit Abgrabungsprojekten in Geilenkirchen und Übach-Palenberg (2000-2001) genannt.

 

Ab 1996 hat die Ortsgruppe an den Umwelttagen in Übach-Palenberg teilgenommen. Eine beachtliche Arbeitsbelastung stellten immer wieder Aktivitäten im Zusammenhang mit geplanten Eingriffen in Landschaft und Natur dar, insbesondere auch die Mitarbeit bei Stellungnahmen gemäß § 29 Bundesnaturschutzgesetz. Beispielhaft seien die kritischen Auseinandersetzungen mit einem Bebauungsplan im Bereich Süggerath (1998), mit der Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen am oberen Rodebach zwischen Grotenrath und Gillrath (1999-2001) und mit Abgrabungsprojekten in Geilenkirchen und Übach-Palenberg (2000-2001) genannt.

Für das Vogelschutzgebiet Kogenbroich wurde am 1.1.2001 ein neuer Pachtvertrag geschlossen. In demselben Jahr hat die Ortsgruppe erstmals an dem von den Grünen veranstalteten 1. Umwelttag in Geilenkirchen-Loherhof teilgenommen. Am 1.4.2003 wurde Hans-Georg Bommer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Eine diskutierte, kaum lösbare Problematik stellte die Vergiftung von Greifvögeln im Kreis Heinsberg, u.a. auch im Raum Geilenkirchen, dar. Viel Engagement und Arbeit entstand ab 2003 im Rahmen der Auseinandersetzung mit der geplanten L 364n bei Süggerath. Dieses Projekt konnte leider nicht verhindert werden. Die Arbeiten in 2004-2006 waren geprägt durch Stellungnahmen zu den Landschaftsplänen Teverener Heide und Geilenkirchener Lehmplatte.

Ab 2005 wurden in den Heidemooren der Teverener Heide regelmäßigArbeitseinsätze durchgeführt. Pro Jahr wurden in der Regel mehr als 150 Arbeitsstunden geleistet. Dies ist bis heute die Hauptaufgabe im praktischen Naturschutz der Ortsgruppe geblieben. Für 2006 ist die Stellungnahme zur Wurmrenaturierung bei Frelenberg besonders hervorzuheben. Durch unsere Bemühungen konnte erreicht werden, dass das Auengebiet als wertvoller und artenreicher Offenlandbiotop erhalten geblieben ist. Von diesem Jahr an war die Ortsgruppe auch mit der Planung für den Neubau der B 57n zwischen Immendorf und Übach-Palenberg konfrontiert.

Ab 2008 erfolgten gezielte Maßnahmen (Ausbringen von Nisthilfen) zur Förderung des Trauerschnäpperbestandes in der Teverener Heide. Der Bestand dieser Art hat sich hierdurch mehr als verdoppelt. Höhepunkt des Jahres 2009 war im Dezember für unsere Ortsgruppe die Vollendung des 30. Jahres seit Vereinsgründung. Wir haben dieses Jubiläum gebührend gefeiert, indem wir auch der über die Jahre hin erbrachten Leistungen gedachten.

Monatliche Treffen für alle Interessierten am 1. Dienstag im Monat, 19.30 Uhr im Städt. Jugendzentrum, Bahnhofstr. 14, Übach-Palenberg.

Naturblatt 2016

Fledermäuse im Kreis Heinsberg

Jobbörse

Machen Sie uns stark

Online spenden

Spendenformular
Einfach ausdrucken, ausfüllen, fertig.
Spendenformular Verein.pdf
Adobe Acrobat Dokument 93.9 KB