Ein Schwarzspecht mit gebrochenen Flügeln

Greifvogelhilfe Rheinland
Sylvia Urbaniak & Frank Seifert
www.greifvogelhilfe.de

Mobil: 0162-6485785

 

 

 

 

Der Schwarzspecht ist wieder geheilt

 

 

 

 

 

und wieder in Freiheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Silvia Urbaniak mit Schwarzspecht


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beeindruckender Schnabel

 Sein Flügel war im Handbereich mehrfach gebrochen


 

Hör mal wer da hämmert…. Eine Erzählung vom Schwarzspecht

 

Ja, den Satz kann die Greifvogelhilfe im Kreis Viersen jetzt jeden Tag sagen. Wir von der Greifvogelhilfe Rheinland nehmen auch manchmal ganz besondere Vogelarten auf, wie zum Beispiel einen Schwarzspecht. Dieser wurde in Wegberg-Dalheim verletzt gefunden.

 

Als der Anruf kam war in wenigen Sekunden die Entscheidung gefallen, dass der Schwarzspecht auch als Patient bei uns abgegeben werden durfte. Diese besonders geschützte Art ist eine nicht sehr häufig vorkommende Spechtart in Deutschland. Das liegt daran, dass er zusammenhängende ältere Waldbestände mit entsprechendem Totholzbestand zum Überleben benötigt. Er wurde uns von den Findern in einem Pampers-Pappkarton überreicht, welcher als kurzzeitiges Transportgefäß durchaus eine Möglichkeit war. Doch der Specht wollte sich schon auf dem Weg zu uns durch die dicke Pappe durchhämmern. Eine Box war für ihn bereitgestellt und er konnte schnell umgesetzt werden. Da wir die anstehende Röntgenuntersuchung selbst durchführen können, konnte ihm schnell geholfen werden.

 

Die Diagnose lautete das der Flügel im Handbereich, also ganz außen dreifach gebrochen und als weitere Komplikation eine offene Verletzung war. Wie das passiert war, das weiß keiner, aber die Finder haben den Vogel sofort eingefangen, als sie sahen dass er nicht mehr fliegen konnte. Ein Glück für den Specht. Die Wunde wurde versorgt, der Flügel verbunden. Nun musste der Vogel ruhig gehalten werden, kein einfaches Unterfangen für einen Specht, der von seinem Naturell her sehr aktiv ist. Seine Box wurde entsprechend mit Holzscheiten und alten Rindenstücken ausgestattet, damit er sich ein bisschen wohl fühlte. Spechte sind sehr intelligent und sie verstehen in Gefangenschaft sehr schnell das angebotene Futter aus einem Napf zu nehmen.  Erstaunlich schmerzfrei nahm er seine Flügelfraktur hin, trotz des Bruches und einem riesigen Hämatom, ließ der Vogel sich nicht davon abbringen den ganzen Tag Holz zu zerlegen. Seine Arbeitszeiten begannen schon morgens ab 7 Uhr, jedes Holzscheit nahm er sich vor und produzierte schon innerhalb einer Woche ca. 10 Liter Späne. Wir amüsierten uns über den fleißigen Vogel und sagten, dass man ja direkt die Späne als weiteres Voliereneinstreu für andere Vogelarten nutzen könne. Zum Glück war er nicht nachtaktiv.

 

Der Vogel hat jeden zum Lachen gebracht, vorwitzig aber bestimmt, zeigte er uns was seine Aufgabe in der Natur ist. Selbst beim Transport im Auto zum Tierarzt hämmerte er die ganze Zeit durch. Nur auf dem Heimweg war er nicht mehr so gut gelaunt und war ganz still. Aber das lag wahrscheinlich daran, dass er etwas mit Inhalationsnarkose beruhigt werden musste. Denn Stillhalten war nicht seine Stärke. Das mit der Narkose geht ganz gut und verringert den Stress bei der Behandlung. Als erstes bekam er  einen wunderschönen blauen Verband verpasst und danach einen Grünen.

 

Für den Verband hat der Schwarzspecht sich nie interessiert, er hatte nur Hämmern im Kopf. Wenn man die Wucht und Ausdauer so aus der Nähe mal beobachten kann, das ist schon eine faszinierende Sache. Man lernt immer mit  den Tieren, auch welche Mengen so ein großer Specht am Tag an Insektenfutter verputzt. Er hat sehr gerne tote Bienenlarven (vom Imker) mit Mehlwürmern und Heimchen garniert gefressen. Seine Plastikbox hatte er auch schon etwas beschädigt, da muss wohl bald eine neue gekauft werden. Auch wenn es sich um Hartplastik handelt, irgendwann hält sie dem Schnabel nicht mehr stand. Auf jeden Fall hält der Specht das Team der Greifvogelhilfe Rheinland auf Trab, ständig muss neues Morsches Holz besorgt werden, damit der Vogel Spaß hat. Bald kommt er in die Voliere und die ist aus Holz. Da braucht er sehr viel Abwechslung, damit er bloß nicht die Voliere zerstört. Nun hoffen wir natürlich sehr, dass der Vogel wieder seine Flugfähigkeit erreichen wird.

 

Wer die ehrenamtliche Arbeit fördern oder unterstützen möchte ist immer willkommen, denn der Verein finanziert sich nur über Spendengelder.

 

Weitere Infos finden Sie unter www.greifvogelhilfe.de

 

Verfasser; Sylvia Urbaniak, Greifvogelhilfe Rheinland, Kreis Viersen

 

Die NABU Gruppe Wegberg übernimmt die ersten Behandlungskosten für den Schwarzspecht – schließlich ist es ja ein „Wegberger Vogel“ und wir hoffen, dass er in Dalheim wieder ausgewildert werden kann

 

Astrid Jacques Wegberg 26.08.2018

 

 

 

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