NABU Ortsgruppe Wegberg e.V.

Biotop "Wahnenbusch" Sommer 2002 Biotop "Wahnenbusch" Sommer 2002

Die NABU-Ortsgruppe Wegberg entstand Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Wichtigstes Ziel war anfänglich der Vogelschutz. So wurden im Winter stationäre Vogelfütterungen betrieben, u.a. im Tüschenbroicher Wald, und verlassene Jungtiere aufgezogen. An der Tüschenbroicher Mühle befand sich mehrere Jahre das Vogelmuseum der Ortsgruppe, in dem die Präparate desverstorbenen Experten der Ornithologie (Vogelkunde) im Kreis Heinsberg, Edmund Knorr, ausgestellt wurden. Später kamen Themen wie Amphibien- und Fledermausschutz hinzu. Außerdem mischt sich die Ortsgruppe bei Planungen ein, die Natur und Landschaft beeinträchtigen wie Straßen, u.a. mit Stellungnahmen als anerkannter Naturschutzverband.

Das Gebiet der Ortsgruppe umfasst neben Wegberg auch die Städte Erkelenz und Hückelhoven. In Wildenrath betreibt die Ortsgruppe auf dem Gelände der NABU-Naturschutzstation eine Jugendgruppe. Dort findet auch an jedem 1. Dienstag in ungeraden Monaten um 19.30 Uhr eine Monatsversammlung statt.

Zu den großen Projekten der Ortsgruppe gehört u.a. die Betreuung von mehreren 100 Steinkauzröhren, mit dem der Bestand dieser für das Rheinland so typischen Art gefestigt wurde. Daneben werden dutzende von Nisthilfen für Schleiereulen betreut. Ein großer Erfolg ist die Ansiedlung des Wanderfalken, der noch vor wenigen Jahren in NRW ausgestorben war: Seit 2008 brütet der schnellste Vogel der Welt wieder im Kreis Heinsberg, derzeit u.a. am Turm von St. Lambertus in Erkelenz.

Mit ihren Fledermausuntersuchungen hat die Ortsgruppe inzwischen mehr als 10 Arten im Norden des Kreises Heinsberg nachgewiesen. Neben der Forschung beraten wir Quartierbesitzer und kümmern uns um Fundtiere.

Traditionell nimmt die Vogelbeobachtung einen großen Teil unserer Aktivitäten ein. Im Frühjahr werden nahezu an jedem Sonntag Wanderungen in besonders artenreiche Naturgebiete beiderseits der Landesgrenze angeboten (siehe Veranstaltungskalender des NABU-Kreisverbands Heinsberg). Aber auch lokal gibt es viel zu beobachten: www.erkelenzer-vogelgucker.de

Kurt Lemmen u. Fritz Pahl im "Wahnenbusch" Kurt Lemmen u. Fritz Pahl im "Wahnenbusch"

Ein wichtiger Punkt ist auch die Biotoppflege in Erkelenz

In den 80er Jahren fand sich in Erkelenz eine Gruppe zusammen, die aktiven Natur- und Umweltschutz betreiben wollte. Von Beginn an stand der praktische Biotopschutz an erster Stelle: Die Erkelenzer Börde konnte keine nennenswerten Feuchtbiotope vorweisen und Laichgewässer für Amphibien waren so gut wie gar nicht vorhanden. Diesen Umstand rief die neu gegründete Gruppe auf den Plan: So wurde bereits kurz nach Gründung Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen, um insbesondere auf städtischen Flächen neue Biotope zu schaffen.

Als eines der ersten Projekte wurde in der Nähe von Granterath ein neues Feuchtbiotop geschaffen. Nach einem ersten Ortstermin 1983 auf einer städtischen Feuchtwiese, begannen die Arbeiten im folgenden Herbst und konnten – dank der Unterstützung durch den städtischen Bauhof – zügig fertiggestellt werden. Anfangs mussten die Aktiven mit den unterschiedlichsten Schwierigkeiten kämpfen: Zunächst war - aufgrund des lehmigen Untergrundes - keine künstliche Abdichtung des neuen Gewässers erforderlich. Nach einigen Jahren war das Wasser allerdings verschwunden, u. a. bedingt durch die Grundwasserabsenkungen des Tagebaus, so dass eine Folienabdichtung eingebracht werden musste, was durch die Gruppe in Eigenleistung erfolgte.
Das die damaligen Naturschützer über eine gehörige Portion an Improvisationstalent verfügten, zeigt die folgende Geschichte: Um die benötigten Steine an das eigentliche Gewässer zu transportieren bediente man sich eines „Floßes“: Mittels der Tür eines ehemaligen Kühlhauses (schwimmfähig, da mit Styropor-Isolierung versehen) wurden die Steine über einen wasserführenden Graben transportiert, und so eine weite Strecke überwunden.

So entstanden in den folgenden Jahren Rund um Erkelenz eine Vielzahl neuer Feuchtbiotope bzw. wurden die wenigen vorhandenen Gewässer „amphibientauglich“ hergerichtet. Hierbei konnte die Gruppe immer auf die Unterstützung der Stadt Erkelenz zählen, welche nicht nur damit einverstanden war, die städtischen Grundstücke zu nutzen, sondern auch tatkräftige Hilfe leistete, insbesondere wenn es um den Einsatz größerer Maschinen ging. Schon kurze Zeit nach Schaffung der neuen Gewässer wurden diese nicht nur von Amphibien sondern von einer Vielzahl weiterer Tier- und Pflanzenarten besiedelt.

Leider sind von der damals relativ großen Gruppe heute nur noch zwei Aktive übrig geblieben: Nahezu jeden Sonntag sind Kurt Lemmen und Fritz Pahl unterwegs, um die angelegten Biotope „Prollacker“, „Vogelsbusch“, „Wahnenbusch“ und weitere zu betreuen und zu pflegen. Nur durch diese regelmäßige Pflege können die Feuchtbiotope in dieser Form erhalten werden, da ansonsten die natürliche Sukzession schnell dafür sorgen würde, dass sie zuwachsen und möglicherweise sogar austrocknen.

(Text allgemein: Michael Straube, Text + Fotos zur Biotoppflege: Oliver Gellißen)

Ansprechpartner der Ortsgruppe Wegberg:
Vorsitzender: Michael Straube, Tel. 02431-8060962 und 0177-8892450 (auch Fledermausschutz)
Stellv. Vorsitzender: Bernd Bäumer, Tel.01520-8479142 (auch Vogelschutz)
Kassierer: Christoph Ohmes, Tel. 02431-76868

Fledermäuse im Kreis Heinsberg

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