Das Projekt „Bauer hält Hof“ vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. ist angelaufen, nach dem Motto: „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“. Natascha Burmeister-Langen stellt das Projekt vor.
Wir alle kennen wahrscheinlich die Bilder der (mit Recht) wütenden Bauern, die ihre Milch in den Abwasserkanal schütteten, um auf die desolante Situation auf den Bauerhöfen aufmerksam zu machen. Leider haben diese Aktionen kaum Veränderung in der Landwirtschaftspolitik bewirkt.
Um mehr Gehör zu bekommen, geht der BDM nun einen anderen Weg: Er tritt mit Gruppierungen in Dialog, die ähnliche Interessen verfolgen wie er selbst. Erste Treffen mit Vertretern von z.B. Verbraucher- und Naturschutzverbänden haben schon stattgefunden: Für die Zeit zwischen dem Welternährungstag (16.10.2011) und Ende Oktober 2011 gab es Dialogveranstaltungen auf Höfen in ganz Deutschland. Von November 2011 bis Januar 2012 sind Dialoge zwischen Organisationen und Politikern in der städtischen Öffentlichkeit vorgesehen. Spätere Aktionen werden folgen. Verbände wie BUND, NABU, GLS Bank, Brot für die Welt, Slow Food, Bioland, Heinrich Böll Stiftung, Evangelischer Entwicklungsdienst, usw… gehören mit zu den ersten 50 Trägern und Unterstützern der Kampagne.
Haus Wildenrath (Foto: P. Feuster)
So unterschiedlich die Schwerpunkte dieser Gruppierungen auch sein mögen, so verwandt sind doch im Kern deren Anliegen: Sie alle wissen von der innigen Verflechtung zwischen Politik, Ökologie und Sozialem. Mit anderen Worten: Um die Vernichtung von Bauernhöfen zu verhindern, brauchen die Bauern faire Preise. Damit dieses auch gelingt, muss die Politik sich von der Ideologie „wachsen oder weichen“ abwenden und die Agrargelder an soziale und ökologische Leistungen binden. Dies käme u.a. der Artenvielfalt, den „Nutztieren“ und dem Klima zugute. Qualität statt Quantität ist dann angesagt.
Schafbeweidung (Foto: P. Feuster)
Um auch den Bauern der dritten Welt das Recht auf gesunde Ernährung zu gewährleisten, müssen die Lebensmittel zum größten Teil in der Region für die Region erzeugt werden. Auf Billigimporte von Futtermitteln und Agrar-Sprit sowie auf subventionierte Exporte in ärmere Regionen sollte verzichtet werden, denn sie erschweren die Selbstversorgung und somit die Existenz der Kleinbauern. Diese wird auch zunehmend von der Agrogentechnik bedroht. Je mehr Menschen sich dieser Zusammenhänge bewusst werden, desto größer wird die Chance sein, die Bauernhöfe und die Landwirtschaftspolitik auf einen guten Weg zu bringen.
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