Ein Herz für Schwalben: NABU zeichnet in NRW 600 schwalbenfreundliche Hausbesitzer aus
Schon vor einigen Wochen sind die Rauch- und Mehlschwalben in Richtung Süden in ihr afrikanisches Überwinterungsquartier aufgebrochen, doch wenn sie im April zu uns zurückkehren, um ihre Brut aufzuziehen, leiden sie immer häufiger unter Wohnungsnot. Um die Situation für Schwalben dauerhaft zu verbessern, startete der NABU NRW bereits 2010 die landesweite Kampagne „Schwalbenfreundliches Haus“, die in 2011 mit erfreulich großer Resonanz fortgesetzt wurde: Weitere 600 Hausbesitzer und Immobilien wurden landesweit ausgezeichnet.
(Mehlschwalbe: Foto: NABU)
Zusammen mit den Ausgezeichneten des Vorjahres wurden so insgesamt 1000 „Schwalbenplaketten“ vergeben und sichtbar für Nachbarn, Freunde und Gäste an der Fassade angebracht. „Die Nachfrage hat uns auch im zweiten Jahr der Aktion positiv überrascht“, erklärt Bernd Jellinghaus, Sprecher des NABU-Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz. Zwischen Frühlingsbeginn und Ende des Sommers 2011 haben Schwalbenfreunde zwischen Weser und Rur ihre Bewerbungsbogen an den NABU geschickt, Fotos von ihren Schützlingen gemacht oder von ihren Erfahrungen berichtet. Unter den ausgezeichneten Objekten waren mehrheitlich Bauernhöfe, in deren Ställen noch Platz für Rauchschwalben ist, und Einfamilienhäuser, deren Besitzer ihre Fassade mit Mehlschwalben teilen. Trotz des großen Einsatzes landauf landab, konnten nicht alle Bewerber berücksichtigt werden. Die erfreulichen Nachricht für alle die dieses Jahr leer ausgegangen sind: Die Aktion wird auch im Jahr 2012 fortgesetzt.
Wildtier- u. Amphibienschutzeinrichtung in Arsbeck fertiggestellt
Seit mehr als 15 Jahren betreut der NABU an der B 221 im Helpensteiner Bachtal zwischen Arsbeck und Wildenrath einen Amphibienschutzzaun. Alljährlich wurden an dem mobilen Schutzzaun mehrere Tausend Lurche per Hand über die stark befahrene Bundesstraße gesetzt, damit sie ihrem Laichgeschäft nachgehen konnten.
Nunmehr wurde im vergangenen Jahr durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW dort eine Leiteinrichtung für Kleintiere einschließlich Tunnel errichtet.
Ursprünglich war in diesem Bereich der B 221 eigentlich überhaupt gar keine entsprechenden Schutzeinrichtungen geplant, da diese nur bei neuen Straßen Berücksichtigung finden müssen.
Da die neue B 221 n kurz vorher wieder auf dieses alte Teilstück der Bundesstraße trifft, sollten dort dementsprechend auch keine Amphibienschutzmaßnahmen ergriffen werden, obwohl hier eine der am stärksten frequentierten Amphibienwanderstellen im gesamten Kreisgebiet liegt. Aufgrund der Intervention des NABU und der örtlichen Jägerschaft wurden nun auch in diesem alten Teilstück der B 221 Kleintierleiteinrichtungen mit den entsprechenden Durchlässen installiert.
Laichgewässer (Foto: O. Gellißen)
Bibermanagement im Einzugsgebiet der Rur und Schwalm
Nach der erfolgreichen Wiederansiedelung des Bibers in der Nord-
eifel haben sich die Populationen dort etabliert und breiten sich seitdem in Richtung Norden aus. Kartierungen des Bibers im Auftrag des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) im Jahr 2009 haben gezeigt, dass der Biber auch im Kreis Heinsberg wieder nachgewiesen werden konnte. Die Einwanderung erfolgte aus der Nordeifel entlang der Rur. Weitere Einwanderungen sind über das Rodebachtal aus den Niederlanden zu erwarten.
Mit der Ausbreitung des Bibers im Kreis Heinsberg sind Probleme und Konflikte durch den starken landschaftsprägenden Einfluss (Fällen von Bäumen, unterminieren von Anlagen und angrenzenden Äckern, Anlegen von Dämmen) des Bibers vorprogrammiert.
Ziel des Projektes, ist zwischen der Bevölkerung und dem Biber zu vermitteln, und den Biber durch konsequente Aufklärung als Symathieträger und nicht als "Problem-Biber" in der Wahrnehmung der Bevölkerung zu etablieren. Als Symathieträger kann der Biber dann später auch gezielt für den Natur- und Artenschutz eingesetzt werden.
Die NABU-Naturschutzstation dient hierbei als Anlaufstelle für alle auftretenden Fragen und Probleme und kann die ehrenamtlichen Biberbeauftragten koordinieren.
Biberspuren (Foto: Karkow, NABU)
Durch einen Biberbeauftragten der NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath und der Unterstützung von ehrenamtlichen Biberbeauftragten sollen folgende Aufgaben erfüllt werden:
Die Naturschutzstation setzt in diesem Projekt ganz besonders auf die langjährige Erfahrung der ehrenamtlichen Biberbeauftragten und deren Unterstützung.
Brutvogelkartierung im Naturschutzgebiet Meinweg
Im NSG Meinweg wurde zwischen März und Juni 2011 eine Brutvogelkartierung vorgenommen.
Es konnten insgesamt 63 Arten beobachtet werden. Von diesen 63 beobachteten Arten wurden 50 Arten als Brutvögel und 13 Arten als Durchzügler, Nahrungsgäste oder Wintergäste eingestuft.
Bei den 50 Brutvogelarten handelt es sich um 7 Arten der roten Liste (Wespenbussard, Turteltaube, Kuckuck, Kleinspecht, Heidelerche, Baumpieper und Waldlaubsänger), 7 Arten der Vorwarnliste (Habicht, Teichhuhn, Mittelspecht, Bachstelze, Fitis, Gimpel und Goldammer) und 2 Arten der EU-Vogelschutzrichtlinie (Zwergtaucher und Schwarzspecht). Die übrigen 34 im Untersuchungsgebiet beobachteten Brutvogelarten gelten als ungefährdet.
Kreuzotternachweis im Meinweg
Erstmalig seit mehr als zehn Jahren gelang der NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath der Nachweis einer Kreuzotter im deutschen Teil des Meinwegs, unweit der deutsch-nieder-ländischen Grenze. Im niederländischen Teil des Nationalparks „De Meinweg“ lebt schon seit längerem eine größere Population. Jan Koschorrek hat das Tier im August 2011 am Scherpenseelscher Weiher entdeckt und fotografiert.
Kreuzotter (Foto: Jan Koschorrek)
Herpetofaunakartierung in der Teverener Heide
2011 wurde im südlichen Teil der Teverener Heide die Herpetofauna (Reptilien und Amphibien) kartiert.
Für die Untersuchung der Amphibien wurden insgesamt 14 Gewässer im südlichen Teil der Teverener Heide untersucht. Im April wurden die Molche mit Hilfe von Reusen kartiert. Für die Kartierung der Kreuzkröte wurden die potentiellen Laichgewässer und die Sandwege des südlichen Untersuchungsgebietes von Ende April bis Mitte Juni nach Sonnenuntergang kontrolliert. Zusätzlich wurden die Schlangenbretter regelmäßig kontrolliert und zwei Schlingnattern gefunden. Es konnten insgesamt 12 Arten festgestellt werden: 4 Molche (Kammmolch, Bergmolch, Teichmolch und Fadenmolch), 2 Kröten (Kreuzkröte und Erdkröte), 3 Frösche (Grasfrosch, Kleiner Wasserfrosch und Teichfrosch), 2 Eidechsen (Zauneidechse und Waldeidechse) und 1 Schlange (Schlingnatter)
Zauneidechse (Foto: Philip Koch)
Brutvogelkartierung im
Landschaftsschutzgebiet Donk
Im LSG Donk in Mönchengladbach wurde zwischen März und Juni 2011 eine Brutvogelkartierung vorgenommen.
Es konnten insgesamt 57 Arten beobachtet werden. Von diesen 57 beobachteten Arten wurden 45 Arten als Brutvögel und 12 Arten als Durchzügler, Nahrungsgäste oder Wintergäste eingestuft.
Bei den 45 Brutvogelarten handelt es sich um 3 Arten der roten Liste (Kleinspecht, Rauchschwalbe und Nachtigall), 8 Arten der Vorwarnliste (Habicht, Mittelspecht, Bachstelze, Gelbspötter, Star, Haussperling, Gimpel und Goldammer) und eine Art mit Zusatzkriterium (Wanderfalke). Die übrigen 33 im Untersuchungsgebiet beobachteten Brutvogelarten gelten als ungefährdet.
Der Wanderfalke hat sein Revier im südlichen Teil des Untersuchungsgebietes und hat einen Brutkasten auf einem Turm der alten Hannen-Brauerei bezogen. Es konnten mehrmals ein junges Paar beobachtet werden, dass auch einen Brutversuch unternahm, der aber leider erfolglos blieb.
Fortbildung für NABU-Aktive
Die NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath hat 2011 erneut in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk des NABU-Bundes-verbandes einen Lehrgang zum Umgang mit Motorsägen und Freischneidern organisiert.
NABU-Gruppen, die sich aktiv in der Landschaftspflege engagieren und dabei insbesondere motorgetriebene Maschinen (z.B. Motorkettensägen, Freischneider, Hochentaster, Mähgeräte) einsetzen, sind verpflichtet, die gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften einzuhalten.
Arbeitseinsatz (Foto: NABU)
Das bedeutet auch, dass die Aktiven, die mit den Maschinen arbeiten ausgebildet und mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet sein müssen. Auch 2012 ist ein entsprechender Lehrgang geplant. Interessierte NABU-Aktive wenden sich bitte an die NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath.
Bundesfreiwilligendienst
Die Aussetzung der Wehrpflicht führt auch zu einer Aussetzung des Zivildienstes. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat deshalb zum 1. Juli 2011 den Bundesfreiwilligendienst eingeführt. Der Nachfolger des Zivildienstes ist für alle Generationen offen und kann sowohl von Männern als auch Frauen geleistet werden. Ziel des neuen Dienstes ist es, zukünftig möglichst vielen Menschen einen Einsatz für die Allgemeinheit zu ermöglichen.
Der NABU hat schon früh die Chancen erkannt, die sich aus dem neuen Dienst für unseren Verband ergeben und sich beim Bundesfamilienministerium als so genannte Zentralstelle für die Koordination des Bundesfreiwilligendienstes innerhalb von NABU, NAJU, LBV anerkennen lassen. Auch der NABU im Kreis Heinsberg ist anerkannte Einsatzstelle. Weitere Informationen gibt es bei der NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath. Informationen gibt es auch online unter: www.freiwillige-im-naturschutz.de
Weißstorch (Foto: O. Gellißen)
Störche im Kreis Viersen
Seit über 80 Jahren hat es im benachbarten Kreis Viersen keine erfolgreiche Weißstorchenbrut mehr gegeben, der Brutnachweis in Kempen 2011 kam somit einer kleinen Sensation gleich: Im Mai letzten Jahres blickten zwei junge Weißstörche aus der im gleichen Jahr künstlich errichteten Nisthilfe. Auch der NABU im Kreis Heinsberg errichtet entsprechende, künstliche Weißstorchennisthilfen, wie der nachfolgende Bericht zeigt. Vielleicht können wir ja auch in Kürze über einen erfolgreichen Brutnachweis berichten?
Weißstorchnisthilfen im Selfkant
Im Naturschutzgebiet “Eiländchen” in Selfkant-Schalbruch hat der “NABU Rode-, Saeffel- und Kitschbachtal” eine vierte Weißstorchnisthilfe montiert. Nicht nur der NABU RSK zeigte erneut ehrenamtliches Engagement, auch Mitarbeiter vom Bauhof der Gemeinde Selfkant stellten sich in den Dienst der Natur. Die Experten vom Bauhof legten hier das Fundament für Stahlträger der vierten Weißstorchnisthilfe.
Storchennisthilfe (Foto: NABU RSK)
Drei Nisthilfen wurden bereits im Gangelter Bruch aufgestellt, nun hat auch der Selfkant seine erste Weißstorchnisthilfe. Franz Oschmann hatte diese Idee, die dann Taten folgen ließ. Gespräche mit der Unteren Landschaftsbehörde wurden geführt, Anträge zum Bau dieser Nisthilfen gestellt, mit Experten waren viele Gespräche erforderlich, das Revier begutachtet.
Die Erdarbeiten wurden dann in beiden Gemeinden (Gangelt, Selfkant) von den jeweiligen Bauhofmitarbeitern in ihrer Freizeit übernommen. Bei der Aufstellung erhielten die Naturfreunde Unterstützung durch Landwirt Rulands aus Breberen, dieser hatte am Traktor eine Spezialrollvorrichtung montiert. Quelle und weitere Infos: www.nabu-rsk.de
Ausflugstipp:
Tierfilmzentrum NABU-Wildtiernis Gut Sunder
Im Tierfilmzentrum des NABU Niedersachsen auf Gut Sunder in Meißendorf bei Winsen an der Aller können Wildtierarten erlebt werden, die sich ansonsten dem ‚direkten Blick’ des Menschen nicht offenbaren würden: Von spielenden Dachsen bis zu jungen Baummardern, vom nächtlich an den Teichen vorbeischnürenden Fuchs bis zum jagenden Eisvogel und dem jungen Fischotter am Teich. Möglich gemacht wird dies modernste Kameratechnik, die sowohl an ausgewählten Stellen im artenreichen Außengelände von Gut Sunder als auch in präparierten Nistkästen angebracht wurde: Ein Kamerasystem erzeugt Tag und Nacht Tieraufnahmen von den hier frei lebenden Tieren.
NABU Gut Sunder (Foto: O. Gellißen)
Zu betrachten sind diese in einem speziell dafür konzipierten Erlebnisraum. NABU-Wildtiernis Gut Sunder ist ein ideales Ausflugsziel für alle Naturfreunde, die sich für das ‚geheime Leben’ von Fischotter. Libelle, Eisvogel und Co interessieren. Das Tierfilmzentrum öffnen vom 1. März bis 31. Oktober.
Kontakt: NABU Gut Sunder, OT Meißendorf, 29308 Winsen, Tel.-Nr.: 05056 / 9701-34. Internet: www.niedersachsen.nabu.de/naturerleben/gutsunder